Das Netzwerk der Bodenseegärten wächst weiter und wird noch internationaler. Die neue Saison startet mit sechs Neumitgliedern, damit zählen nun 30 Partner zu dem grünen Verbund. Der Verein Bodenseegärten hat zum Zweck, die Gärten und Parks in der Vierländerregion Bodensee zu vernetzen und gemeinsam zu vermarkten. Zudem bezweckt der Verein die Unterstützung, Entwicklung und Erhaltung des Kultur- und Naturerbes Garten. Weiterhin wird ab diesem Jahr eine Gartengästeführer-Ausbildung angeboten und neu ist auch ein Medienpreis für die Berichterstattung über die Bodenseegärten.

Zuschüsse von der EU und der Schweiz

Mit Hilfe der Zuschüsse der Europäischen Union und der Schweizer Eidgenossenschaft konnte das „Interreg V-Projekt“ während der dreieinhalbjährigen Förderzeit 23 Einzelprojekte anschieben, erklärte Stephanie Weder-Horber von der Netzwerkstelle Ostschweiz, anlässlich der Jahrespressekonferenz Bodenseegärten in Neuen Schloss in Meersburg. Ziel des „Interreg-Programms“ sei es einen Mehrwert für die Region zu schaffen, zum Ausgleich für grenzbedingte Hindernisse.

Einige Projekte bereits umgesetzt

Unter diesen angeschoben Projekten war auch die „Natur in Garten“-Zertifizierung, welche ebenso Privatgärten auszeichnet. Mit der Zertifizierung, die nun erstmals auch in der Schweiz erfolgte, konnten viele Gartenfreunde für die zuträgliche und umweltfreundliche Bedeutung von Gärten sensibilisiert werden. „Wie schon bei anderen Projekten des Netzwerks wird damit auch der Bewohner in den Blick genommen – zuvor stärker der Tourist, jetzt mehr die einheimische Bevölkerung“, so Dominik Gügel, Co-Präsident der Bodenseegärten. Eine weitere gelungene Zusammenarbeit im Förderzeitraum sei die „Bauerngarten-Route Thurgau.“ Diese könne auch auf Deutschland ausgeweitet werden, erklärte Geschäftsführerin Monika Grünfelder. Nach dem Ende der Förderperiode Ende März, werde über neue Projekte im April entschieden. „Das Thema Kinder und Gärten fehlt noch“, meinte sie und führte als Idee Stichworte wie „Schulgärten“ oder „Garten und Ernährung“ an.

Partner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die sechs Neumitglieder sind auf der deutschen Bodenseeseite, das Fürstenhäusle in Meersburg, der Stadtgarten Stockach und der Schlösslepark Kressbronn. Aus der Schweiz kommen der Skulpturenpark von Würth in Rorschach und der Bibelgarten Gossau hinzu. Die Gärten rund um das Bildungshaus St. Arbogast in Götzis sind der neue Partner aus Österreich.

„Sich miteinander zu vernetzen und von der Erfahrungen der anderen zu lernen“, nannte Stefan Keil vom Stadtgarten Stockach als einen Grund, sich dem Verein anzuschließen. Man setze sich mit seinem Garten intensiver auseinander. Mit einem Stadtgartenfest für alle Altersgruppen soll „die Wohlfühloase“, wie der Kulturamtsleiter die Anlage bezeichnet, präsentiert werden. „Bürgerschaftliche Projekte zum gemeinschaftlich gärtnern“, stehen im Schlösslepark Kressbronn an, stellte Ronja Riedlinger den kleinen Park mit „altem Baumbestand“ vor.

Iris Lins ist die Nähe zu Natur wichtig. „Alte Traditionen und zeitgemäßes Wissen“ sollen im Staudengarten in St. Arbogast verknüpft werden. Einen „Medizingarten“ anzulegen sei geplant. Kräutertage, Folk Festival und Slowfood-Küche werden bereits regelmäßig angeboten.

Daniel Brogle, vom Schweizer Schloss Arenenberg, stellte die modernisierten Gewächshäuser, samt Orangerie vor. Auch der in die Jahre gekommene Schulgarten werde komplett umgestaltet, "mit Gemüse, Kräutern und Beeren."