Es geht um die Förderung von Frauen und die Geschlechtergerechtigkeit, gleichzeitig soll aber auch die Wirtschaftlichkeit der Region gesteigert werden. Die Frauenwirtschaftstage sind für alle Seiten ein Gewinn, macht Veronika Wäscher-Göggerle, Frauen- und Familienbeauftragte im Bodenseekreis, deutlich. Sie finden in der Region Bodensee-Oberschwaben von 17. bis 20. Oktober statt und sind ein fester Bestandteil im Jahreskalender geworden, betont die Frauenbeauftragte.

Bei Auftaktveranstaltung geht es um Digitalisierung

Im Bodenseekreis und im Kreis Ravensburg werden Workshops und Seminare zum Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf, für Frauen auf dem Weg in Führungspositionen und zur Existenzgründung angeboten. Bei der Auftaktveranstaltung im Friedrichshafener Kiesel geht es bei Referentin Dagmar Schwarz um das Thema "Digitalisierung – Fluch oder Segen?". "Mithilfe der Veranstaltungen sollen Frauen die beruflichen Ressourcen bekommen, die in dieser Zeit gebraucht werden", sagt Tina Frick, Projektleiterin beim Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Ravensburg.

Alles unter einen Hut bringen

Die Volkshochschule ist mit drei Angeboten dabei. "Beim Rhetorik-Workshop 'Killerphrasen kontern' geht es beispielsweise darum, wie man auf persönliche Angriffe schlagfertig reagieren kann", erklärt Dorothea Siegle von der VHS Friedrichshafen. Laut Sabine Fietz, Beauftragte für Chancengleichheit im Landkreis Ravensburg, versuchen viele Frauen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen und wollen dabei alles perfekt machen. "Wir wollen, dass Frauen auch mal reflektieren, wo bleibe in dem ganzen Wirrwarr eigentlich ich und welche Helfersysteme gibt es", sagt Sabine Fietz.

Chancen und Gefahren eines Minijobs

Ein Kurs beschäftigt sich mit dem Thema Minijobs. "Diese sind in vielen Fällen Frauensache, können eine gute Möglichkeit für den Wiedereinstieg sein, bringen aber auch Nachteile mit sich", sagt Katharina Franken, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit. Spätestens bei der Rente komme das böse Erwachen. Daher wolle man den Teilnehmern aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt, um mehr daraus zu machen, etwa indem sie auf einen Midijob oder eine Teilzeitbeschäftigung aufstocken.

Gründungen im Nebenerwerb

Um einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit wird es bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) gehen. "Wir beobachten seit vielen Jahren, dass die Zahl der Gründungen im Nebenerwerb steigt", betont Jürgen Kuhn von der IHK Bodensee-Oberschwaben. Inzwischen macht der Anteil dieser 55 Prozent aller Neugründungen aus und bei den Gründungen im Nebenerwerb seien Frauen überrepräsentiert.

Informationen im Internet: www.frauundberuf-rv.de