Die MTU-Umweltstiftung von Rolls-Royce unterstützt den Fachbereich Biologie der Universität Konstanz mit einem Stipendium in Höhe von 21 000 Euro. Dies geht aus einer Mitteilung der Friedrichshafener Rolls-Royce Power Systems AG hervor.

Alle zwei Wochen fährt das Forschungsschiff der Universität Konstanz zur Entnahmestelle, die in der Nähe von Wallhausen ist. Die entnommenen Wasserproben werden noch auf dem Schiff auf Burgunderblutalgen untersucht.
Alle zwei Wochen fährt das Forschungsschiff der Universität Konstanz zur Entnahmestelle, die in der Nähe von Wallhausen ist. Die entnommenen Wasserproben werden noch auf dem Schiff auf Burgunderblutalgen untersucht. | Bild: Andy Heinrich

Gestartet im April 2019, untersuchen Biologen über zwei Jahre hinweg, ob Bodenseefische mit Giftstoffen der Burgunderblutalge „Planktothrix rubescens“ (Blaualge) belastet sind. Die Kernfrage: Kommt es, ausgehend von der Burgunderblutalge, zu einer Anreicherung von Toxinen im Nahrungsnetz? Hierfür werden die Forscher rund 300 Proben nehmen und Phytoplankton, Zooplankton und Fische auf deren Toxingehalt untersuchen.

Zur genauen Untersuchung der Ausbreitung von Burgunderblutalgen entnehmen die Forscher der Universität Konstanz Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen des Bodensees. Vor allem im Spätsommer kommt es vermutlich aufgrund steigender Wassertemperaturen und einer stabileren Schichtung zur Vermehrung der Burgunderblutalge, die sich in 15 bis 20 Metern Wassertiefe einschichtet.
Zur genauen Untersuchung der Ausbreitung von Burgunderblutalgen entnehmen die Forscher der Universität Konstanz Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen des Bodensees. Vor allem im Spätsommer kommt es vermutlich aufgrund steigender Wassertemperaturen und einer stabileren Schichtung zur Vermehrung der Burgunderblutalge, die sich in 15 bis 20 Metern Wassertiefe einschichtet. | Bild: Andy Heinrich

„Sollten wir Toxine nachweisen können, ist es durchaus möglich, dass der Mensch diese über den Verzehr von Fischen aufnimmt“, erklärt Dr. Dominik Martin-Creuzburg, Dozent an der Uni Konstanz und Projektleiter. Vor allem im Spätsommer kommt es vermutlich aufgrund steigender Wassertemperaturen und einer stabileren Schichtung zur Vermehrung der Burgunderblutalge, die sich in 15 bis 20 Metern Wassertiefe einschichtet. Erste Ergebnisse über die Verbreitung der Toxine erwarten die Forscher Ende des Jahres.

Augenmerk liegt auf Nahrungsnetz

Der Fokus des Projekts liegt auf dem Nahrungsnetz. Im ersten Schritt werden die Burgunderblutalge sowie Fische untersucht, danach weitere Lebewesen im Freiwasser- und Uferbereich des Bodensees. So wollen die Wissenschaftler eine möglichst aufschlussreiche Aussage zur Belastung des gesamten Nahrungsnetzes erzielen.

MTU-Umweltstiftung wurde 2004 gegründet

Die MTU-Umweltstiftung wurde 2004 mit einem Stiftungskapital von mehr als einer halben Million Euro gegründet. Sie fördert nachhaltige Umwelt- und Naturschutzprojekte am Bodensee. „Unser Ziel ist, die natürlichen Lebensgrundlagen von Pflanzen, Tieren und Menschen im Umfeld des Bodensees zu schützen und dessen ökologische Vielfalt zu erhalten oder wiederherzustellen“, erläutert Michael Spiegel, Vorstandsvorsitzender der MTU- Umweltstiftung.

Stipendien im Regelfall auf zwei Jahre ausgelegt

Die Stipendien werden gewöhnlich für die Dauer von zwei Jahren vergeben. Zuletzt unterstützte die MTU-Umweltstiftung laut eigenen Angaben ein Schulprojekt der Claude-Dornier-Schule in Friedrichshafen zum Schutz der Bodenseebiene.