Mit dem „KlangKunstTrio Wien“ gab ein junges Streicher-Ensemble aus Österreich und England sein Debüt bei den Langenargener Schlosskonzerten. Erst 2015 gegründet, überzeugten Johannes Fleischmann, Violine, Adam Newman, Viola und Gundula Leitner, Violoncello, mit fein aufeinander abgestimmtem Zusammenspiel in der diffizilen Trio-Literatur. Zwei Werke von Wolfgang Amadeus Mozart standen zunächst auf dem Programm. Kraftvoll, harmonisch sauber, gelang der Einstieg in das Adagio KV 404a Nr. 6. In der folgenden dreistimmigen Fuge, nach Wilhelm Friedemann Bach instrumentiert, wechselten die markanten Themenblöcke mit gekonnt zurückgenommenen Zwischenspielen.

Für das Klavierquartett Es-Dur KV 493 ergänzte Anna Magdalena Kokits das Trio. Aus dem stürmischen Tutti-Beginn heraus entwickelte die Pianistin das gesangliche Hauptthema über zarten Synkopen der Streicher. Mit dem zweiten Thema mit seinem einprägsamen Doppelschlag gelang dem Quartett ein spannender Dialog mit den einzelnen Streichern oder dem gesamten Trio und dem Klavier. Im dramatischen Durchführungsteil traten Violine, Bratsche und Cello mit Themenköpfen selbstbewusst in den Fordergrund. Sehr behutsam wuchs das Hauptthema im Larghetto vom Pianissimo zum vollen Gesamtklang. In sehr schönem Fluss, ruhig ausgespielten Melodiebögen, aber auch Mut zu Pausen und gehauchten Echos wurde einer der schönsten langsamen Sätze Mozarts zum besonderen Genuss. Im abschließenden Allegretto, einem Sonatenrondo, verschmolzen alle Musiker bei der subtilen motivischthematischen Arbeit in großer Spielfreude.

Keine andere Kammermusikkomposition von Franz Schubert ist so bekannt und populär wie das Quintett A-Dur für Klavier, Violine, Viola und Kontrabass in A-Dur. Besser bekannt unter dem Namen „Forellenquintett“, weil Schubert dem Variationssatz sein Lied „Die Forelle“ als Thema zugrunde legte. Doch vergisst man leicht, dass die ganze Komposition neben hervorragender Unterhaltung zugleich anspruchsvolle Kammermusik ist und hohe Ansprüche an das spieltechnische Vermögen der fünf Instrumentalisten stellt. Schon vom ersten Ton an gelang dem Quintett, mit Josef Semeleder am Kontrabass erweitert, der liebenswürdige, von allen „schicksalhaften“ Schatten befreite Ton des jugendlich genialen Werkes. Jeder Streicher zeigte sich als ausdruckstarker Solist. Sei es mit heller Oberstimmen der Violine, dunkel gefärbten Melodiebögen der Bratsche, sonoren Cello-Kantilenen oder raumfüllender Bassgrundlage. Der vierstimmige Liedsatz bei der „Forelle“ war an schlichter Empfindung nicht zu übertreffen. Bewundernswert mit welchem Durchhaltevermögen Kokits vom virtuosen Klaviersatz zu sanftem Hintergrund wechselte und das Spiel auf dem neuen Flügel sichtlich genoss. Nach dem fein ausmusizierten Kehraus im volkstümlichen Finale gab es starken Applaus für eine großartige Gesamtleistung.