Mehr als sechs Monate nach dem Beginn des Markdorfer Einbrecherprozesses könnte das Verfahren vor dem Ravensburger Landgericht noch im März zu Ende gehen. In dieser Woche wurden die letzten der mehr als 60 Zeugen gehört. Die gestrige Forderung eines Pflichtverteidigers nach der Vernehmung von Angehörigen eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) wies der Vorsitzende Richter Martin Hussels als „Scheinbeweisantrag“ zurück.

Zwei der Angeklagten mutmaßlich Mitglieder internationaler Banden

Stattdessen kamen Vorstrafen, Ermittlungsverfahren im Raum Nürnberg und Auslieferungsanträge österreichischer Gerichte zur Sprache, die den Schluss nahelegten, dass zumindest zwei der drei mutmaßlichen Serieneinbrecher Mitglieder internationaler Einbrecherbanden waren.

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Zur Erinnerung: Am 20. Dezember 2018 wurden drei Männer in Markdorf von MEK- Beamten festgenommen. Kurz zuvor wurde der Einbruch in ein Wohnhaus gemeldet. Die Beute der Einbrecher waren Goldmünzen und Bargeld im Wert von rund 4500 Euro und befand sich in der Bauchtasche einer der drei Angeklagten.

Männer wegen Diebstahl in 34 Fällen angeklagt

Nach monatelangen Ermittlungen klagte die Ravensburger Staatsanwaltschaft die drei Osteuropäer, die zwischen 28 und 40 Jahre alt sind, wegen schweren Bandendiebstahls in 34 Fällen mit einer Beute von 143 000 Euro an. Von Stockach bis Meckenbeuren und Balingen bis Bermatingen soll das Trio „arbeitsteilig“ vorgegangen sein.

Beute sind Schmuck, Uhren und Bargeld

Ein Mann, seit vier Jahren in der Region wohnhaft, soll die Häuser ausgespäht haben. Die weiteren zwei Männer, über Zürich nach Deutschland eingereist, machten „die Brüche“, wobei fast immer Schmuck, Uhren und Bargeld erbeutet wurde. Besonders bitter für ein Einbruchsopfer im Schussental: die gestohlenen 11 000 Euro waren das Erbe der verstorbenen Mutter und für einen neuen Grabstein vorgesehen.

26 Prozesstage mit bis zu sechs Verteidigern

An den zurückliegenden 26 Prozesstagen äußerte sich keiner der drei Angeklagten zu den Tatvorwürfen. Am Donnerstag ließ das Trio kurz und bündig durch die Dolmetscher ausrichten, man werde sich auch nicht zu den Lebensläufen äußern. Von Seiten der bis zu sechs Verteidiger gab es im Prozessverlauf immer wieder heftige Kritik an der Ermittlungsarbeit der Polizei, verbunden mit zahlreichen Beweisanträgen, bis hin zur sofortigen Aufhebung des Haftbefehls für einen Angeklagten, „denn er kann nicht gestehen, was er nicht begangen hat“.

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Bei der Verlesung der Strafakten am gestrigen Donnerstag wurde auch der Auslieferungsantrag von österreichischen Gerichten verlesen. Nach dem Antrag ist einer der Angeklagten ein Mitglied einer kriminellen Vereinigung, die bei sieben Einbrüchen eine Beute von mehr als 80 000 Euro machte. Und aus dem Heimatland eines weiteren Angeklagten war mit der Übermittlung von Vorstrafen von dessen „Neigung zu Diebstahl“ die Rede.

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