Die Feuerwehren im Kreis werden dieses Jahr mit Digitalfunk ausgestattet. Das teilt das Landratsamt in einem Pressetext mit. Während bei der Landespolizei schon länger Funkgespräche digital abgewickelt würden, verlaufe die Kommunikation der Feuerwehren im Landkreis noch mit analoger Funktechnik, die aber mittlerweile an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gelangt sei. Hinzu komme, dass die Analogtechnik von den Herstellern nicht mehr weiterentwickelt werde. Der Digitalfunk hingegen habe zahlreiche Vorteile: darunter der höhere Sicherheitsstandard, der das Abhören schwieriger mache, sowie eine bessere Netzabdeckung.

Anträge für Fördermittel bis 15. Februar einreichen

Deutschlandweit stellen die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben auf Digitalfunk im sogenannten Tetra-Standard um, informiert das Landratsamt weiter. Mitte Dezember hatten der stellvertretende Kreisbrandmeister Peter Schörkhuber und Stefan Rümenapp vom Brand- und Katastrophenschutz des Landratsamts den Kommandanten der Feuerwehren im Landkreis den Ablauf der Digitalfunk-Einführung vorgestellt. So sollen alle Gemeinde- und Werksfeuerwehren bis Ende Januar ihren Bedarf an neuen Funkgeräten melden. Anträge auf Fördermittel für die Gemeindefeuerwehren müssen bis zum 15. Februar von den Gemeinden beim Landratsamt eingereicht werden.

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Als nächster Schritt sollen die nötige Technik und damit verbundene Dienstleistungen europaweit ausgeschrieben werden. Geplant ist, dass ab der zweiten Jahreshälfte die Feuerwehren schrittweise ihre Einsatzfahrzeuge und die Feuerwehrhäuser mit den digitalen Funkgeräten ausstatten, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Umrüstung eines Feuerwehrfahrzeugs mit einem fest eingebauten Digitalfunkgerät koste bis zu 3000 Euro. Gemeindefeuerwehren erhalten dafür aus Mitteln der Feuerschutzsteuer einen Zuschuss von etwa 600 Euro.

Bis 2022 ausschließlich digital kommunizieren

Parallel zur technischen Umstellung werden in mehreren ehrenamtlichen Arbeitsgruppen Taktik- und Ausbildungskonzepte erarbeitet, teilt das Landratsamt mit. Im Laufe des Jahres 2021 sollen die Feuerwehren auch weitere Funktionen, die über das bisherige Möglichkeitsspektrum des Analogfunks hinausgehen, nutzen können. Dazu seien vorher aber noch detaillierte Konzepte, Ausbildungen und Übungen nötig. In der Umrüst- und Erprobungsphase sollen die analogen Funkgeräte noch weiter betriebsbereit gehalten werden, um sicherzustellen, dass im Einsatz die Kommunikation auch wirklich funktioniert. Das Ziel sei es, dass die Feuerwehren im Bodenseekreis ab 2022 vollständig und ausschließlich digital kommunizieren. Wie das Landratsamt informiert, sind die integrierten Leitstellen in Friedrichshafen und Ravensburg bereits heute digitalfunkfähig.