Jährlich zählt Schloss Salem weit über 100.000 Besucher, doch die "Krimi-Führung an geheimen Orten im ehemaligen Kloster" von Schlossverwalterin und Autorin Birgit Rückert war exklusiv 30 SÜDKURIER-Leserinnen und -Lesern vorbehalten. Sie waren aus 250 Bewerbern ausgelost worden, die an dieser Veranstaltung aus der Reihe "Der SÜDKURIER öffnet Türen" teilnehmen wollten.

Heike Sattler vom Weingut Markgraf von Baden kredenzt den SÜDKURIER-Lesern zum Auftakt ein Gläschen Bermatinger Spätburgunder.
Heike Sattler vom Weingut Markgraf von Baden kredenzt den SÜDKURIER-Lesern zum Auftakt ein Gläschen Bermatinger Spätburgunder. | Bild: Sylvia Floetemeyer
Video: Santini, Jenna

Der viel versprechende Titel übertrifft alle Erwartungen: Während der rund zweieinhalbstündigen Tour, die den Prälatur- und Fasskeller ebenso einschließt wies die alten Klosterräume, das Münster inklusive Geheimgang und sogar über steile Wendeltreppen unter dessen Dach führt, äußern sich die Besucher immer wieder begeistert über das Gesehene und vor allem auch über dessen lebendige Vermittlung durch Rückert. "Sie macht das super, sie ist mit ganzem Herzen dabei", meint etwa Dietmar Eisele.

Birgit Rückert öffnet exklusiv für 30 Leser die Türen des ehemaligen Klosters Salem.
Birgit Rückert öffnet exklusiv für 30 Leser die Türen des ehemaligen Klosters Salem. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Birgit Rückert kennt jeden Winkel

Die promovierte Archäologin verwaltet das Schloss seit 2003 und kennt jeden Winkel, wobei sie von ihrer Tochter Cornelia, die die Schule Schloss Salem besuchte, noch einiges lernen konnte. Denn natürlich ziehen geheimnisvolle Orte nicht nur SÜDKURIER-Leser, sondern auch Schüler an – etwa der unterirdische Gang im Münster, in dem schon einige auf Schatzsuche erwischt wurden. Deshalb ist er heute abgeschlossen und Rückert muss erst ihren Schlüsselbund zücken, um die Holztür, die ihn verbirgt, zu öffnen.

Video: Santini, Jenna

Wozu der Gang genau diente, wisse man nicht, vielleicht sei er ein Trakturgang für die Luftzufuhr zur Orgel gewesen. Natürlich spielt der Gang auch in Rückerts Mittelalter-Krimi "Das Geheimnis von Salem" eine Rolle. An den Tour-Stationen liest sie passende Passagen daraus vor, beginnend im Prälaturkeller, in dem die Leser mit einem Glas Bermatinger Spätburgunder begrüßt werden, bevor sie sich auch den Fasskeller anschauen dürfen.

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Im 15. Jahrhundert soll in Salem ein Mönch in einem Weinfass ertrunken sein, diese Geschichte inspirierte Rückert zu ihrem Krimi. Doch die ehemalige Reichsabtei mit ihrer fast 900-jährigen Geschichte lieferte Rückert noch viele weitere Anregungen. So zeigt sie einen Kreuzfuß aus der Zeit um 1310. Das Kreuz allerdings ist verschwunden. Das regte ihre Phantasie ebenso an wie ein Konsolstein, der den Klosterbaumeister Hans von Savoy zeigt, der im Buch eine Rolle spielt. Weitere Anreize lieferten etwa der Marienaltar von Bernhard Strigel, beauftragt von Abt Johannes Scharpfer, sowie das Münster, in dem einst sowohl Äbte als auch weltliche Würdenträger bestattet wurden.

Video: Santini, Jenna

Dachziegel aus dem Jahr 1198

Auch mit Details aus der Baugeschichte der Kirche fasziniert Rückert die Besucher. So lassen sich die meisten Balken des Dachstuhls ins 13. Jahrhundert datieren. Und sie verweist auf einen Dachziegel von 1198, der rund 100 Jahre älter ist als das Münster selbst. Dann steigen die Besucher über steile Wendeltreppen diesem tatsächlich unters Dach, bis zum Glockenturm. Dort schlägt es Viertel nach Sieben. Die Besucher staunen: Die Zeit ist wie im Flug vergangen.

Über steile Wendeltreppen geht es auf den Dachstuhl des Salmer Münsters, der viele Besucher fasziniert.
Über steile Wendeltreppen geht es auf den Dachstuhl des Salmer Münsters, der viele Besucher fasziniert. | Bild: Sylvia Floetemeyer
Video: Santini, Jenna

Im ehemaligen "Gefängnis", heute Weinstube, gibt es zum Abschluss noch ein Gläschen Müller-Thurgau und ein Häppchen Krimikost. "Das war einfach toll", fassen Susanne Wolff und Elly Parent ihre Eindrücke zusammen.

Applaus für eine gelungene Führung, zu deren Abschluss es noch ein Gläschen Wein im ehemaligen Gefängnis gibt.
Applaus für eine gelungene Führung, zu deren Abschluss es noch ein Gläschen Wein im ehemaligen Gefängnis gibt. | Bild: Sylvia Floetemeyer