Gut ist es, wenn man sich für diese Etappe wirklich Zeit nimmt – sowohl um das eigene Tempo bei den Aufstiegen zu finden, als auch um die Ausblicke und die Ruhe der Landschaft zu genießen. Der Gehrenbergturm liegt genau in der geografischen Mitte des Bodenseekreises – quasi Halbzeit auf dem Jubiläumsweg. Von nirgendwo sonst ist fast der ganze Bodensee und an klaren Tagen ein langes Stück der Alpenkette zu sehen. Am Waldrand oberhalb von Wendlingen entfaltet sich die badische Landschaft wie ein buntes Bild: Grüne Wiesen wechseln sich ab mit Wald und gelb blühenden Rapsfeldern. Dazwischen sind ein paar Weiler gestreut und im Nordwesten bildet der dunkle Wall der Linzgauberge den natürlichen Rahmen. In der Ferne ist schon Schloss Heiligenberg zu entdecken.

Von Riedetsweiler bis Lellwangen schlängelt sich der Jubiläumsweg durch das Deggenhauser Tal. Die Ruhe ist fantastisch. Ich höre das Brummen der Insekten über blühenden Wiesen und freue mich über den Wind, der das hohe Gras wie ein grünes Meer bewegt. Ab Hohlenstein wird es ernst. Hier beginnt nach 13,5 Kilometern der zweite Anstieg hoch zum Fürstenplatz mit Aussicht und – in dem Moment fast noch wichtiger – Ruhebank. Das Dorf Betenbrunn mit seiner Wallfahrtskirche wirkt wie aus einem anderen Jahrhundert. Über die Amalienhöhe erreicht man das heutige Etappenziel.