Wenn die Obstbäume blühen, sind die 18 Kilometer der ersten Etappe des Jubiläumswegs des Bodenseekreises sicher am schönsten. Voller Abwechslung führt sie durch die von der letzten Eiszeit geformte Hügellandschaft von Kressbronn nach Neukirch.

Vom Bahnhof in Kressbronn geht es zügig aufwärts. Schnell sind die ersten Obstanlagen rund um Poppis erreicht. Der Hügel oberhalb des Schleinsees hat keinen Namen, bietet aber einen der schönsten Ausblicke der gesamten Strecke, die immerhin 111 Kilometer lang ist. Zeit für eine Vesperpause auf dem Bänkchen. Dabei schweifen die Augen über saftige Wiesen und Gehöfte bis zum See. Erst beim Säntis bleibt der Blick hängen. Was für eine Landschaft!

Über die Hängebrücke und hoch nach Neukirch

Die barocke Kapelle in Schleinsee ist leider geschlossen, aber in Hiltensweiler habe ich mehr Glück. In der im Kern romanischen Pfarrkirche – so steht es im Wanderführer von Rainer Barth – probt ein Bläsertrio und ich genieße die Musik. Gestärkt geht es weiter in den Talgrund nahe der Argen, einen ungebremsten Wildwasserfluss. Nach dem Gang über die wackeligen Hängebrücke bei Heggelbach wird es anstrengender. Immerhin liegt Neukirch 163 Meter höher als Kressbronn. Und die Hügel unterwegs lassen in Summe 450 Höhenmeter zusammenkommen.

Chauffeur oder Übernachtung

Über Feldwege und Teersträßchen gelangt man an den Rand des Naturschutzgebiets Kreuzweiher, jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Ziel. Die Busse der Linie 7545 fahren eher selten und nicht an allen Wochentagen. So bin ich froh, dass mich mein privater Chauffeur in Neukirch erwartet. Man kann aber auch im Landhaus Köhle übernachten, um am nächsten Tag weiter nach Meckenbeuren zu wandern.