Mit dem Schiff nach Bregenz fahren, dann entspannt mit der Pfänderbahn auf den Gipfel des "Hausbergs" am Bodensee gondeln, später das Vorarlberg-Museum besuchen und zum Schluss noch einen Einsteigerkurs für Stehpaddler in der Harder Bucht absolvieren: Das klingt nach einem erlebnisreichen Urlaubstag am Bodensee. Der Ausflug kostet pro Person 87 Euro mit Schiff ab Friedrichshafen. Inhaber der neuen Bodensee-Card-Plus hätten damit die Kosten für das All-inclusive-Ticket – gültig für sieben Tage – schon fast herein. Und könnten ab 14. April den ganzen Sommer über ohne weitere Kosten weitere sechs, selbst zusammen gestellte Tagestouren in Angriff nehmen. 165 Attraktionen rund um den See bis weit ins Hinterland lassen sich so erkunden, ohne noch einmal den Geldbeutel zu strapazieren.

Sieben Tagesausflüge inklusive

2018 hieß die Karte noch Bodensee-Erlebniskarte. Die gibt es schon seit dem Jahr 2000. Die Bodensee-Card-Plus ist die Nachfolgerin, ein Angebot, das erstmals konsequent nicht nur für Urlauber am See gedacht und interessant ist. „Das ist ein ganz neues, flexibel nutzbares Produkt für Tagesausflügler – aber auch für die Einheimischen“, sagt Jürgen Ammann, Geschäftsführer der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH (IBT). Er verweist auf die Flexibilität der Karte, die für drei oder sieben Tage erhältlich ist und im gesamten Zeitraum vom 14. April bis 20. Oktober genutzt werden kann.

Sowohl mit dem Drei-Tage-Ticket als auch mit dem Sieben-Tage-Ticket ist die Schifffahrt auf dem Bodensee ebenfalls im Kartenpreis inkludiert.
Sowohl mit dem Drei-Tage-Ticket als auch mit dem Sieben-Tage-Ticket ist die Schifffahrt auf dem Bodensee ebenfalls im Kartenpreis inkludiert. | Bild: Bsb

Sobald der Inhaber die Karte an der Kasse eines Ausflugszieles scannen lässt, gilt dieser Tag als angebrochen. Damit profitieren vor allem die Einwohner der Seeregion davon. „Das ist wirklich etwas Neues und lohnt sich“, sagt Ammann, der mit seiner Mannschaft derzeit bei der Tourismusmesse CMT in Stuttgart Werbung für den Bodensee als Urlaubsort macht. Er ist sich sicher, mit der Bodensee-Card-Plus ein zugkräftiges Angebot machen zu können, von dem die ganze Region profitiert.

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Gratis ist das neue Tourismus-Ticket der IBT freilich nicht, doch im Paket für 165 Ausflugsziele in der Vierländerregion sehr günstig. Neben den Bodenseeklassikern wie Pfahlbaumuseum, Affenberg, Sealife Konstanz, Zeppelin-Museum oder Schloss Salem sind die meisten Bergbahnen in der Region, Burgen und Schlösser, Museen, viele Bäder und Thermen sowie Freizeitparks inklusive. Für drei Erlebnistage kostet die Bodensee Card Plus 69 Euro für Erwachsene und 41 Euro für Kinder ab sieben Jahren; jüngere sind gratis dabei. Die Sieben-Tage-Karte kostet 109 Euro, ermäßigt 65 Euro. Das wäre pro Erlebnistag für einen Erwachsenen ein Pauschalpreis von 23 Euro, beim Sieben-Tages-Ticket sogar weniger als 16 Euro. Das 14-Tage-Ticket gibt es hingegen nicht mehr. Dafür können auch Urlauber das Sieben-Tage-Ticket flexibel nutzen. Neu ist zudem, dass man beim Drei-Tages-Ticket an zwei Tagen die Schifffahrt frei nutzen kann und mit dem Sieben-Tagesticket vier freie Fahrten hat.

Mainau nicht mehr dabei

Einziger Wermutstropfen: Die Insel Mainau ist nicht mehr mit von der Partie. "Die nun geforderte Rabattierung auf den Eintrittspreis im neuen Modell liegt prozentual höher als der vorherige Satz", erklärt die Sprecherin der Mainau GmbH auf Anfrage. Mit der Bodensee-Erlebniskarte wurde der Eintrittspreis der Mainau genau wie bei den anderen „Bodensee-Klassikern“ vorher um 30 Prozent rabattiert. Deshalb habe sich das Unternehmen nun dazu entschieden, den Fokus verstärkt auf eigene Angebote wie zum Beispiel die Mainau-Jahreskarte zu legen. Die biete sich ebenfalls besonders für Einheimische an.

Sowohl mit dem Drei-Tage-Ticket als auch mit dem Sieben-Tage-Ticket ist die Schifffahrt auf dem Bodensee ebenfalls im Kartenpreis inkludiert.
Sowohl mit dem Drei-Tage-Ticket als auch mit dem Sieben-Tage-Ticket ist die Schifffahrt auf dem Bodensee ebenfalls im Kartenpreis inkludiert. | Bild: Bsb

"Auskömmlich finanziert ist die Karte nicht", bekennt Günther Schöbel, Leiter des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen, der als Touristiker auch bei der IBT am Tisch sitzt. Als "bekennende Internationalisten" hätten sich die Anbieter noch einmal zusammengerauft, um dieses Angebot für die Region weiter solidarisch in allen vier Ländern aufrecht erhalten zu können. Die Rabatte vom Zeppelin-Museum über den Affenberg bis zu den Pfahlbauten seien sehr hoch und lägen je nach Verkaufsverlauf bei über 50 Prozent. "Das Jahr 2019 ist ein Prüf- und Schicksalsjahr für die Bodensee-Erlebniskarte", sagt der Museums-Chef.

See-Region wirbt auf Tourismus-Messe

Die neue Bodensee-Card-Plus wird derzeit auf der Tourismus-Messe CMT, die noch bis Sonntag in Stuttgart stattfindet, erstmals einem breiten Publikum vorgestellt.

  • Premiere für neuen Messestand: Die Bodensee-Region ist auf der weltweit größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit derzeit mit einem komplett neu gestalteten Messestand vertreten. Der 270 Quadratmeter große, seitlich offene Quader ist als begehbarer Erlebnisraum konzipiert. An den Seiten reihen sich die nach innen ausgerichteten Infostände der Aussteller auf, an denen sich etwa Bodenseeschifffahrt, Mainau, Bergbahnen oder Bäder präsentieren. Das Ganze wird über den Köpfen eingefasst von einem 360-Grad-Bodensee-Panorama, ist licht und luftig und mit nachhaltigen Werkstoffen wie Holz gestaltet. Zentrum des Raums ist ein langer Tisch, auf dem das Seepanorama abgebildet ist. An einer Stirnseite wird Besuchern Bodensee-Wasser ausgeschenkt. Die Messebesucher können sich hier – quasi mitten in der Bodensee-Region – niederlassen, um einen Moment Ruhe in dem Trubel zu finden, die vielen Informationen zu sichten und einen Blick auf das umlaufende, schöne Bodensee-Panorama über ihren Köpfen richten.
  • Neue Radkarte mit Tourenvorschlägen: Schon nach dem ersten Wochenende vergriffen war die deutschsprachige Ausgabe der neuen Radkarte mit Touren in der Bodenseeregion. Das Internet-Portal dazu wurde im März 2018 freigeschaltet, mittlerweile umfasst es rund 800 Fahrradtouren.