Erstaunliche Fakten hat es während einer Führung am Samstag im Bereich des Friedrichshafener Fährhafens über den einstigen Transport von Güterwaggons mittels Motorfähren gegeben. Anlass ist das Jubiläumswochenende 4./5. Mai: 150 Jahre Seelinie und Trajekt.

Mehr als 633 000 Waggons transportiert.

„Zwischen 1869 und 1976 wurden mehr als 663 000 Waggons von Friedrichshafen aus über den Bodensee transportiert“, erzählte Uwe Dees, der wie Jürgen Zimmermann die Führungen namens des Stadtmarketings leitete. Laut Dees hätten es noch viel mehr sein können, bedingt durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg habe es Unterbrechungen gegeben.

Dieses Exemplar zeigt, wie Güterwaggons ausgesehen haben, die für den Trajektverkehr eingesetzt wurden.
Dieses Exemplar zeigt, wie Güterwaggons ausgesehen haben, die für den Trajektverkehr eingesetzt wurden. | Bild: Toni Ganter

Mit Blick auf das Zeppelin-Museum erklärte Jürgen Zimmermann, dass das Gebäude des Hafenbahnhofs – errichtet im Bauhaus-Stil – unter Denkmalschutz steht. Der Großvater habe für die Reichsbahn gearbeitet und die Werft geleitet, gewohnt wurde im Bahnhofsgebäude – dort wo heute im Zeppelin-Museum ein Teil der Kunstausstellung untergebracht ist. Außerdem seien die Gleise einst nicht dort gewesen, wo sie heutzutage im Hafenbahnhof zu sehen sind. Denn sie führten über den Buchhornplatz, der längst ein Teil der Fußgängerzone in der Altstadt ist. „Für mich war das immer hoch spannend, zu beobachten, wie Rangierloks die Waggons im Schritttempo auf die Fähren schoben“, berichtete Zimmermann aus seinen Kindheitserinnerungen.

Uwe Dees erklärt, wie diese Brücke des Fährhafens funktioniert.
Uwe Dees erklärt, wie diese Brücke des Fährhafens funktioniert. | Bild: Toni Ganter

„Mich hat die Neugier hergetrieben, ich bin vor rund zwölf Jahren nach Friedrichshafen gezogen und möchte etwas über die Heimatgeschichte erfahren“, sagte Andreas Sturhan, einer der Teilnehmer. Bitteschön: Im Hinteren Hafen gab es zu Zeiten des Grafen von Zeppelin eine Drachenstation. Diese wurde am 1. April 1908 wegen des Luftschiffverkehrs eröffnet. Mit einem eigens dafür entwickelten Dampfootes „Gna“ wurden mithilfe von Drachen und Ballons Wetterdaten ermittelt.

Diese Tafel des Häfler Geschichtspfads informiert im Hinteren Hafen darüber, dass es einst eine Drachenstation zur Ermittlung von Wetterdaten für den Verkehr der Zeppelin-Luftschifffe gegeben hat.
Diese Tafel des Häfler Geschichtspfads informiert im Hinteren Hafen darüber, dass es einst eine Drachenstation zur Ermittlung von Wetterdaten für den Verkehr der Zeppelin-Luftschifffe gegeben hat. | Bild: Toni Ganter

Wer sich im Hinteren Hafen umschaut, sieht einen Teil der einstigen Motorfähre „Schussen“. Ab Indienststellung im Jahr 1929 wurden mit ihr in 35 Betriebsjahren rund 272 000 Güterwaggons über den See transportiert. Der restaurierte Aufbau ist Vereinsheim des Segel-Motorboot-Clubs Friedrichshafen (SMCF) sowie Gastronomie.