Wie startet man perfekt in den Arbeitstag? Klar, sagen alle Radfahr-Fans, wenn man zum Beispiel das Auto in der Garage lässt und sich stattdessen aufs Rad schwingt. Oder wenn man mit dem Zug fährt und für die letzten Kilometer aufs Fahrrad umsteigt. Und wo findet man die ideale Plattform, um für das Radfahren in der Stadt, im Alltag und vor allem auf dem täglichen Weg zur Arbeit zu werben? Natürlich bei Europas größter Fahrradmesse.

Treffpunkt 7.30 Uhr am Friedrichshafener Franziskusplatz. Zum zweiten Mal hat die European Cyclists Federation (ECF) am ersten Tag der Eurobike zum Leaders Ride eingeladen. "Bike2Work" heißt das Motto der Aktion. Geführt von Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) wird der Weg der prominent besetzten Gruppe, zu der zahlreiche Topmanager der weltweiten Fahrradbranche gehören, natürlich zum Messegelände führen. Mit von der Partie sind auch Vertreter der Kommunal- und Landespolitik.

"Ich glaube schon, dass man relativ viel im eigenen Umkreis mit dem Fahrrad abwickeln kann", sagt der Landtagsabgeordnete Martin Hahn. "Ich fahre gerne von Überlingen mit der Bahn nach Friedrichshafen und leihe mir an der Fahrradstation ein Rad aus. Das ist hier wirklich prima geregelt. Da können sich andere Städte nur ein Beispiel nehmen." Wichtig sei in jedem Fall eine spezielle Verkehrsinfrastruktur. "Wenn diese passt, dann nehmen die Menschen auch lieber das Rad – und freuen sich an der schönen Kombination aus Bewegung, Spaß und Fortbewegungsmittel", sagt Hahn. "Das Häfler Radverkehrskonzept ist zukunftsfähig. Es fehlt nur noch an der Umsetzung einiger Ideen", betont der ADFC-Kreisvorsitzende Karl Honnen und nennt beispielhaft den geplanten Veloring.

"Tolle Aktion – und ein Zeichen, dass die Fahrradhersteller mit gutem Beispiel vorangehen", befindet Grünen-Gemeinderätin Stephanie Glatthaar. "Ich erledige alles mit dem Fahrrad. Es ist gut, dass der Gemeinderat richtig viel Geld zur Verfügung gestellt hat, um die Radfahrsituation weiter zu verbessern", ergänzt Christine Heimpel, die für die SPD im Gemeinderat sitzt.

Nach einer stärkenden Butterbrezel und der Begrüßung von Kevin Mayne, Development Director des ECF, geht's los. Dass man auch als Anzugträger auf dem Rad eine gute Figur macht, beweist Andreas Lübeck, der als Geschäftsführer der LBU-Unternehmensberatung aus Bielefeld und profunder Kenner des deutschen Fahrradmarktes Stammgast der Eurobike ist. "Ich fahre auch zu Hause mit dem Fahrrad. Man hat Bewegung und man ist wach, wenn man ankommt", sagt er. "Überall das selbe. Mit dem Rad ist man im Stadtverkehr schneller und es macht mehr Spaß", so das Credo von Stan Day. "Ich komme seit 25 Jahren in Folge zur Eurobike. Sie ist die beste Bikeshow auf der Welt", schwärmt der Vorstandsvorsitzende des Fahrradkomponentenherstellers Sram, der seinen Hauptsitz in Chicago, aber auch eine Niederlassung in Schweinfurt hat.

Gut gelaunt kommt die Gruppe am Ziel an und wird dort von Stefan Reisinger, Bereichsleiter Outdoor und Eurobike der Messe Friedrichshafen nicht nur willkommen geheißen, sondern natürlich für ihr "Statement fort the biking" gelobt. Der Einstieg in den Tag und der Einstieg in die Eurobike sind bestens gelungen.
 

Leaders Ride

Zum zweiten Mal nach 2015 nahmen führende Vertreter der Fahrradindustrie am Leaders Ride vom Franziskuszentrum zur Häfler Messe teil und warben mit der Aktion "Bike2Work" am ersten Tag der Eurobike für das Radfahren in der Stadt, im Alltag, und vor allem auf dem täglichen Weg zur Arbeit. Eingeladen hatte die "European Cyclists Federation" (ECF). Die Radgruppe wurde geführt von Mitgliedern des ADFC Bodenseekreis. (ght)