Schon mit der Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichtshofs war klar: So, wie die Echt-Bodensee-Card (EBC) heute aufgestellt ist, geht das Projekt "moderne Gästekarte" nicht. Wer jetzt noch glaubt, mit ein paar redaktionellen Änderungen an Kurtaxe-Satzung oder Kooperationsvertrag die schrägen Dinge "heilen" zu können, wird spätestens mit der Rechtskraft dieses Urteils eines Besseren belehrt. Diese Karte ist alles andere als Datenschutz-konform, wie es die Verfechter der Gästechipkarte in den vergangenen Monaten vorgegaukelt haben. Und auch die Finanzierung über einen "Soli", der über die Kurtaxe von jedem Urlauber eingezogen wird, hat keine Zukunft. Dafür fehlt schlichtweg die Rechtsgrundlage. Die Deutsche Bodensee Tourismus GmbH (DBT) und ihre Berater haben handwerklich so viele Fehler gemacht, dass allein deshalb die EBC ein Reinfall zu werden droht.

Dass nach einer EU-Ausschreibung bei nur zwei Angeboten das Start-up des eigenen Beraters den Zuschlag kriegt, gehört in die Reihe zweifelhafter Entscheidungen. Die Insolvenz der Geios AG beschert der DBT, die mit ihrer Gästekarte ohnehin um Akzeptanz ringt, nicht nur ein zusätzliches Finanzproblem. Ohne Software ist die Karte tot. Konstantin Andreas Feustel hat sich mit seiner Vision vom stets vernetzten und so letztlich gläsernen Gast, mit dem sich Destinations-Management betreiben lässt, verrannt. Das Fatale: Diese Spielwiese ist Steuer-finanziert, die DBT eine kommunale Gesellschaft. Den Schaden haben die Gesellschafter, die nun entscheiden müssen, wie es weiter geht. Ein "weiter so" kann es nicht geben.