Nachdem im Bodenseekreis am Dienstagabend ein erster bestätigten Coronafall bekannt wurde, sind am Donnerstag (Stand 15 Uhr) zwei weitere Infektionen mit dem Corona-Virus im Labor festgestellt worden. Beide haben sich laut einer Mitteilung des Landratsamts Bodenseekreis mutmaßlich im Skiurlaub in Südtirol infiziert. Weil eine Betroffene (laut Sozialministerium eine Frau – Jahrgang 1966) die typischen Erkrankungssymptome zeigte, wurde sie am Donnerstagnachmittag ins Helios-Spital in Überlingen gebracht – auch um ihr familiäres Umfeld zu schützen.

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Zwischen 14 und 15 Uhr traf damit der erste Corona-Patient im Helios-Spital Überlingen ein. Zuvor hatte die Frau am Mittwochvormittag mit dem Kreisgesundheitsamt Kontakt aufgenommen und war anschließend gegen 11 Uhr zu einem Abstrich an das Helios-Spital verwiesen worden. „Wir sind gut vorbereitet auf die Situation“, sagt Pressesprecherin Claudia Prahtel: „Wir haben seit dem Ebola-Virus einen Pandemieplan und mussten in den vergangenen Monaten auch schon einige Influenza-Fälle isolieren.“

Separater Eingang und getrennte Wege

Es gebe schon einen separaten Eingang und getrennte Wege, um den Abstrich zu nehmen. Der wurde an das labormedizinische Institut Dr. Jäger nach Ravensburg weitergeleitet. „Es dauert etwa 24 Stunden, bis hier ein Ergebnis vorliegt“, sagt Prahtel. Kurz vor 11 Uhr am Donnerstag war der Befund eingetroffen: positiv. Das Gesundheitsamt des Bodenseekreises entschied daraufhin über das weitere Vorgehen: Die Patientin möge zur Behandlung in das Helios-Spital gebracht werden.

Gut versorgt mit Schutzbekleidung

Die Patientin war zwar mit dem Krankentransport gebracht worden, „konnte aber gut selbst in die Klinik marschieren“, berichtet Pflegedirektorin Daniela Klesel. Sie befinde sich nun in Quarantäne isoliert am Ende einer Station, erklärt sie. In der ganzen Stationen stünden bei Bedarf insgesamt 15 Zimmer zur Verfügung, die theoretisch mit bis zu 30 Patienten belegt werden könnte. „Wir sind auch gut versorgt mit Schutzbekleidung und Sterilisationsmitteln“, betont Geschäftsführerin Anthea Mayer: „Da sind wir dank des großen Helios-Klinikverbunds gut aufgestellt und haben ein großes Zentrallager.“ Von Vorteil sei auch der Krisenstab des Verbunds, der täglich die Situation bewerte und gegebenenfalls neue Direktiven herausgebe.

Betroffene für 14 Tage in Quarantäne

Die andere Frau (laut Sozialministerium Jahrgang 1969) ist symptomfrei. Für sie wurde eine mindestens 14-tägige häusliche Quarantäne angeordnet. „Ihre medizinische und persönliche Versorgung ist sichergestellt“, so das Landratsamt. Insgesamt sind damit im Bodenseekreis aktuell drei Coronafälle bekannt. Um eine Weitergabe des Virus durch Angehörige und Kontaktpersonen von Betroffenen möglichst zu verhindern, befinden sich im Bodenseekreis auf behördliche Anordnung hin derzeit 16 Menschen in häuslicher Quarantäne.

Für Schüler geht Unterricht weiter

Negativ war das Laborergebnis des Schülers einer Friedrichshafener Schule, der nebst seiner gesamten Schulklasse und mehreren Lehrern seit Mittwoch daheim bleiben musste. Nachdem hier eine Infektionsmöglichkeit ausgeschlossen werden konnte, können die Klasse und ihre Lehrer laut Landratsamt nun wieder die Schule besuchen beziehungsweise dort ihrer Arbeit nachgehen. Die Schulleitung ist informiert.

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Im Kreis Ravensburg gab es den ersten bestätigten Fall einer Coronavirus-Erkrankung. Nach Angaben des Landratsamts Ravensburg wohnt der Mann in Wangen im Allgäu. Das Ministerium teilt außerdem mit, dass sich der Erkrankte (Jahrgang 1969) zuvor ebenfalls in Südtirol aufgehalten hatte.

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