Zweiter Tag im Prozess gegen drei Männer wegen schweren Bandendiebstahls vor dem Ravensburger Landgericht. Es geht um 34 Einbrüche und eine Beute von mehr als 143 000 Euro.

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Nach der freundlichen Begrüßung durch den Vorsitzenden Richter Martin Hussels-Eichhorn wird die Stimmung am zweiten Prozesstag schnell gereizt. Ein Angeklagter klagt über zu enge Fußfesseln.

Erklärung zu Ermittlungsakten gefordert

Der Biberacher Anwalt Achim Ziegler fordert eine Erklärung zu Ermittlungsakten. Aber der Sachbearbeiter ist noch im Urlaub. Dann werden zwei zusätzliche Vertrauensdolmetscher zu den drei vorhandenen im Saal gefordert. Und überhaupt sei das Verfahren auszusetzen, denn „es kann nicht angehen, dass Akten auf den letzten Drücker übergeben werden“.

Beschwerde wegen Fußfesseln

Für den Konstanzer Anwalt Tomislaw Duzel verstoßen die Fußfesseln seines Mandanten gegen die Menschenrechtskonvention Europas. Richter Hussels- Eichhorn erklärt nach einer Pause alle Anträge als abgelehnt und als jetzt ein Befangenheitsantrag ins Spiel gebracht wird, reagiert der Richter mit dem trockenen Hinweis, im Moment würden keine neuen Anträge zu Beanstandungen oder Erklärungen angenommen.

Richter: Keine Vorbehalte gegen Anwalt

Und überhaupt möchte er das Verfahren „so schnell, umfassend und gründlich wie möglich“ abwickeln. Und dem erstmals erschienenen Anwalt Duzel erklärt der Richter freundlich, er hege keine Vorbehalte gegen ihn, um noch auf den „absolut harmonischen“ ersten Verhandlungstag zu verweisen.

Auf Spuren im Netz gestoßen

Am zweiten Prozesstag wird nicht mehr über die vermutlich in der Müllverbrennung gelandeten Beweismittel gesprochen. Der Sachbearbeiter aus Stuttgart wird irgendwann als Zeuge erscheinen. Nicht zu erwarten ist indes der Auftritt von Polizeibeamten aus Irland oder gar dem FBI in den USA. Der Zusammenhang ist kompliziert: Bei den Ermittlungen gegen die drei mutmaßlichen Serieneinbrecher sind Spezialisten der Polizei auf – vereinfacht gesagt – Spuren im Netz gestoßen, die Hinweise auf die Bewegungsprofile und Arbeitsweise der Angeklagten geben könnten.

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Es geht um gespeicherte Daten der sogenannten Google Location History. Vermutlich da Google seinen Hauptsitz in Irland hat, wurde ein Rechtshilfeersuchen an die dortigen Justizbehörden gerichtet. Ohne Antwort bislang. Dafür soll eine umfangreiche Datensammlung vom FBI aus den USA gekommen sein. Davon wird noch die Rede sein.

„Die zwei Kinder waren völlig verstört“

Eher am Rande war gestern im Sitzungssaal von Menschen die Rede, in deren Wohnungen eingebrochen worden war. Ein Kripobeamter über eine betroffene Familie in Stockach: „Die zwei Kinder waren völlig verstört.“ Glück im Unglück: Eine große Geldsumme im Kinderzimmer fanden die Einbrecher nicht.