Meckenbeuren – Eine gemeinsame Erklärung zur Energie- und Klimaregion Tettnang, Meckenbeuren, Oberteuringen haben am Mittwoch die Bürgermeister Bruno Walter, Andreas Schmid und Karl-Heinz Beck sowie Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, unterzeichnet. Im Rathaus von Meckenbeuren stellte Göppel die Handlungsfelder vor, die Gemeindevertreter erläuterten ihre Motive und Ziele. Michael Hoffmann, Geschäftsführer des Regionalwerks, zeigte auf, welche Rolle dem lokalen Energieversorger dabei zukommt.

Fernziel des Verbunds ist es, auf regionaler Ebene einen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten und im Hinblick auf andere Gemeinden, Institutionen und Personen Vorreiter zu sein. Die Handlungsfelder betreffen die Raumordnung, also die Entwicklungsplanung der Gemeinden, kommunale Gebäude und Anlagen, wie beispielsweise die Umrüstung auf LED bei der Straßenbeleuchtung, sowie Versorgung und Entsorgung, wozu Nahwärme und erneuerbare Energien gehören. Mobilität ist ein wichtiges Thema im Rahmen des Verbunds, zu dem Kooperationen mit der Wirtschaft, der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und die Erweiterung von Radwegen zählen.

Die interne Organisation sieht einen Beauftragten in jeder Gemeinde vor. Diese Person bündelt die gemeindespezifischen Informationen und trägt sie in den regionalen Verbund. Kommunikation und Kooperation mit Bürgern, Schulen, Vereinen und der Wirtschaft werden intensiviert. Der Vertrag nennt konkrete Ziele, die bis in das Jahr 2050 umgesetzt werden sollen. Sie betreffen die Entwicklung klimaschonender Mindeststandards bei der Bauleitplanung, die Unterschreitung der Energieeinsparverordnung um 30 Prozent bei Neubauten, die Intensivierung der Altbausanierung, den Ausbau der Radinfrastruktur und die Reduzierung der motorisierten Individualmobilität.

Außerdem zählt die Erhöhung des Ökostromanteils im kommunalen Bereich auf mindestens 50 Prozent dazu. Besonders in diesem Punkt wird die Mitwirkung des Regionalwerks begrüßt. Regelmäßige regionale Erfahrungsaustausche und die Erweiterung der Kooperation auf weitere Regionalwerkskommunen sind vorgesehen.

Der Stand der Umsetzung wird alle vier Jahre im Rahmen der EEA-Zertifizierungen (European Energy Award) geprüft, an der alle drei Gemeinden bereits teilnehmen. Jede Gemeinde hat andere Voraussetzungen, beispielsweise was den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs betrifft.

Aber der Oberteuringer Bürgermeister Karl-Heinz Beck sagt: "Zukunftsfähige Kommunalpolitik kann sich nicht auf den eigenen Kirchturm beschränken." Sein Tettnanger Amtskollege Bruno Walter ergänzt sein Bekenntnis zum ganzheitlichen Blick mit der rhetorischen Frage: "Wenn nicht wir bereit sind, wer dann?" Und Andreas Schmid aus Meckenbeuren sieht sich einig mit beiden Bürgermeister-Kollegen, dem Regionalwerk als Energieversorger und der Energieagentur als Dach: "Wir müssen nach vorn gehen und etwas ausprobieren."

Der Verbund

In dem neuen Verbund kooperieren die Stadt Tettnang sowie die Gemeinden Meckenbeuren und Oberteuringen. Die Energieagentur Ravensburg, die in den Kreisen Biberach, Bodenseekreis, Ravensburg und Sigmaringen aktiv ist, unterstützt die anzugehenden Projekte. Die Ziele sollen bis 2050 erfüllt werden.

Energieversorger auf dem Gebiet der drei Gemeinden ist das Regionalwerk Bodensee mit Sitz in Tettnang. Das Regionalwerk wurde von den Gemeinden Eriskirch, Kressbronn, Langenargen, Meckenbeuren, Neukirch, Oberteuringen und Tettnang gegründet.