Die Christdemokraten reagieren mit dieser Aussage auf eine Stellungnahme des FDP-Landtagsabgeordneten Klaus Hoher. Dieser hatte dafür plädiert, den Nährstoffgehalt im Bodenseewasser zu erhöhen. Das ließe sich zum Beispiel über die Phosphat-Einleitungen der Kläranlagen steuern. "Zwölf bis 14 Milligramm Phosphat pro Kubikmeter Wasser, wie es die Bodenseefischer schon lange fordern, ist der richtige Weg", so Hoher. In einer Mitteilung der CDU heißt es dazu: "Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) lehnt das in einer Antwort an die FDP ab – mit voller Unterstützung des CDU-Kreisvorstands." Für die CDU Bodenseekreis und ihren Vorsitzenden Lothar Fritz wäre eine solche Erhöhung des Phosphatgehalts "ein kaum vertretbarer Eingriff in das sensible Ökosystem".

Vor rund einer Woche hatte der neue Agrar­minister der CDU, Peter Hauk, die Diskussion um die Züchtung von Bodensee-Fischen in geschützten Aquakulturen im See neu entfacht. Gegenüber der Nachrichtenagentur DPA sagt er, solche Zuchtanlagen könnten ein Mittel sein, um die bestehenden Probleme zu lösen. "Minister Peter Hauk hat im Interesse der Fischer Aquakulturen vorgeschlagen in denen Fische schneller wachsen und sich leichter vermehren können – unter anderem, weil sie so auch vor dem Fischräuber Kormoran geschützt werden könnten", schreibt die CDU in ihrer Mitteilung und fügt hinzu: "Doch FDP Mann Hoher lehnt das ab und vergleicht Fische in Aquakulturen mit Legehennen-Batterien."

Beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stoßen beide Vorschläge (Zuchtanlagen und Erhöhung des Phosphatgehalts) auf Ablehnung. Die Anregung des Ministers, auf Aquakulturen zu setzen, hat bei Fischern keine Jubelstürme ausgelöst. Sie sehen laut DPA noch viele offene Fragen.