226 Sportvereine bieten im Bodenseekreis Sportarten von A wie Aikido-Kampfsport bis V wie Volleyball an. 44 445 Menschen aller Altersgruppen sind hier Mitglied eines Sportvereins. Statistiken des Württembergischen Landessportbunds und des Landessportverbands Baden-Württemberg sowie ein Gespräch mit Eveline Leber, Präsidentin des Sportkreises Bodensee, verschaffen einen Überblick über die beliebteste Freizeitbeschäftigung von Jung und Alt.

Tennis ist nach wie vor gefragt, Vereine haben jedoch seit dem Karriereende von Steffi Graf und Boris Becker Mitglieder verloren.
Tennis ist nach wie vor gefragt, Vereine haben jedoch seit dem Karriereende von Steffi Graf und Boris Becker Mitglieder verloren. | Bild: VfB Friedrichshafen

Welches sind die größten Vereine im Bodenseekreis? Guten Zulauf erfahren Vereine mit einem breiten Angebot an Sport und Geselligkeit, betont Eveline Leber. So hat der größte Sportverein im Kreis, der VfB Friedrichshafen, mit annähernd 4000 Mitgliedern von allen erdenklichen Ballsportarten bis zum Kampfsport 22 verschiedene Angebote im Programm. Ähnlich breit ist der TSV 1848 in Tettnang, der zweitgrößte Sportverein im Kreis, aufgestellt. Er bietet zwölf Sportarten. Der 170 Jahre alte Verein hat sich durch seine Freizeitsportabteilung ganz besonders dem Seniorensport gewidmet und konnte dadurch viele Vereinsmitglieder gewinnen. Auch der Turnverein Markdorf hat eine Antwort auf den demografischen Wandel gefunden und bietet verschiedene Gesundheitskurse an. Viele Mitglieder haben auch die TSG Ailingen und der Turnverein Immenstaad.

Eveline Leber, Präsidentin Sportkreis Bodensee: „Ein Sportverein mit einem breiten Angebot, der zudem die Geselligkeit fördert, hat guten Zulauf.“
Eveline Leber, Präsidentin Sportkreis Bodensee: „Ein Sportverein mit einem breiten Angebot, der zudem die Geselligkeit fördert, hat guten Zulauf.“ | Bild: Anette Bengelsdorf

Welche Sportarten sind am beliebtesten? Turnen als beliebteste Sportart spricht aus Erfahrung des Sportkreises besonders Frauen und Mädchen an und widmet sich als Gesundheitssport auch der älteren Generation. Mit nur wenig Abstand, bezogen auf die Mitgliederzahl der Vereine, folgt Fußball. Mit Abstand folgen Tennis – hier hat das Karriereende von Boris Becker und Steffi Graf für einen Einbruch gesorgt – Ski- und Snowboardfahren, Handball und Leichtathletik. Einstige Trendsportarten wie Squash verlieren dagegen an Bedeutung.

Welche Sportarten sind bei Älteren, welche bei Jüngeren beliebt? Bei älteren Menschen stehen Ausdauersportarten im Vordergrund, gerne in der Gemeinschaft. Vom Wandern und Walken über Radfahren bis zum Skilanglauf. Bei der jüngeren Generation sind Fußball und Turnen beliebt, zudem haben viele Klettern und Bouldern in der Halle für sich entdeckt. Der Sport, der Teil des Ski- und Bergsportangebots ist, ersetzt offenbar die Kletterbäume vergangener Tage.

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Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Um Schüler für verschiedene Sportarten zu begeistern bieten die Vereine Kooperationsmodelle mit den Schulen an. So kann ein Übungsleiter eine Sportart in den Unterricht integrieren und nebenbei Nachwuchs für den Verein gewinnen. Neben populären Sportarten wie Volleyball wird an manchen Schulen sogar Segeln angeboten. Den meisten Nachwuchs haben im Vergleich zum Vorjahr laut Statistik des Landessportbunds Baden-Württemberg Basketball, Boxen, manche Kampfsportarten, Klettern, Turnen und Fußball zu verzeichnen.

Wo sind die Wartelisten besonders lang? Generell versuchen die Vereine grundsätzlich, eine Mitgliedschaft möglich zu machen. Ist jedoch die Sporthallenkapazität an ihrem Limit oder steht für eine bestimmte Sportart zeitweise kein Übungsleiter zur Verfügung, kann es durchaus sein, dass ein Antragsteller warten muss.

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Welche Sportarten eignen sich besonders für Einsteiger? Walken oder Nordic Walking, also Sportarten, die das Herz-Kreislaufsystem stärken sowie Ausdauer und Lungenfunktion trainieren, eignen sich ebenso wie Schwimmen oder Radfahren für Einsteiger der älteren Generation. Für Kinder im Grundschulalter sind alle Sportarten ideal, die den Körper ganzheitlich trainieren und die Koordinationsfähigkeit fördern. Hier bieten sich Turnen, Schwimmen, Ballspiele und Leichtathletik an. Grundsätzlich sollten Kinder keinen Leistungssport ausüben, da sich nachteilig auf die körperliche Entwicklung auswirken kann.

 

Aufgaben des Sportkreises

  • Der Sportkreis mit Sitz in Friedrichshafen ist ein Zweigverein des Württembergischen Landessportbunds (WLSB) und erfüllt dessen Aufgaben auf regionaler Ebene. Er pflegt Kontakte zu Sportorganisationen, staatlichen und kommunalen Stellen, vertritt die Vereine bei Behörden und gesellschaftlichen Gruppierungen und widmet sich der Förderung und Pflege der Jugendarbeit. Seine Koordinierungsstelle Sportverein-Ganztagsschule, die vom WLSB gefördert wird, bringt als Schnittstelle Schulen, Sportvereine und Kommunen als Schulträger zusammen.
  • Darüber hinaus kümmert sich ein Sportmittler um die Inklusion von behinderten Menschen, motiviert Flüchtlinge und Migranten in einen Sportverein einzutreten und hilft Geflüchteten, unabhängig von ihrem Asylverfahren, wenn sie Leistungssport machen wollen.
  • Die Arbeitsgemeinschaft der Turn- und Sportvereine im Bodenseekreis (Arge) erhält vom Landratsamt Bodenseekreis jährlich einen Festbetrag zur Verteilung als Sportfördermittel an die Vereine. Von diesen gehören 118 zum Badischen Sportbund Freiburg (BSB) und 110 zum WLSB.
  • Unentgeltlich und auch ohne Vereinszugehörigkeit bietet der Sportkreis Bodensee den Lauftreff Friedrichshafen an.

Informationen im Internet: www.sportkreis-bodensee.de