Menschen in Not und Stipendiaten möglichst unbürokratisch finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen, das hat sich die Josef-Wagner-Stiftung auf die Fahnen geschrieben. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden für solche Zwecke 248 000 Euro zur Verfügung gestellt. Dies hat der Vorsitzende Stiftungsvorstand Hubert Riek am Dienstagnachmittag während eines Netzwerktreffens und Erfahrungsaustauschs von Vertretern von Sozialleistungsträgern aus der Bodenseeregion im Unternehmen J. Wagner GmbH dargelegt.

Veränderungen bei Vergabe von Budgets

Die Stiftung hat laut Riek Veränderungen bei der Vergabe von Budgets vorgenommen: Umgestellt wurde zusammen mit Hochschulen und Universitäten von Einzelstipendien auf Deutschlandstipendien. „Die Stipendiaten bekommen im Prinzip das Doppelte“, erklärte Riek. Sozialleistungsträger wie etwa Caritas, Stadtdiakonie Friedrichshafen, Familienforum Markdorf oder Pauline 13 in Überlingen erhalten Jahresbudgets, die zur freien Verfügung aber zweckgebunden verwendet werden können.

Gewährte Summen als Richtwerte

Die genannten Budgets seien Richtwerte, sollte es im einen oder anderen Fall knapp werden, könne nach Rücksprache mit der Stiftung Geld nachgeschoben werden, so Riek. Am Ende des Jahres werde ein Fazit gezogen und die Vorgehensweise optimiert, falls erforderlich.

Zuwendungen müssen zweckgebunden sein

Riek lobte die Akteure der Sozialleistungsträger als „Engel für Menschen, die in Not geraten sind, so sehe ich Sie“. Die Aufgaben und Herausforderungen würden leider nicht kleiner, sondern vergrößerten sich. Mehrfach wurde von Vertretern der Sozialleistungsträger berichtet, dass es durchaus Probleme bei regelmäßigen Zuwendungen an Bedürftige geben könne, falls bei Zuwendungen die Zweckgebundenheit nicht nachgewiesen werde. Das könne zu Kürzungen durch staatliche Stellen bei den Bedürftigen führen.

Erwerbslosigkeit kann jeden treffen

Sebastian Rösch, Arkade-Pauline 13 gGmbH, legte in einem plakativ gehaltenen Vortrag dar, wie „Menschen in Lebenssituationen mit großen Herausforderungen“ geholfen werden kann. „Unsere Klientinnen und Klienten erleben sich meist in einem ‚fragilen Alltag‘... Erwerbslos zu werden, das könne jeden treffen und der Weg zurück in die Arbeit sei nicht immer leicht. „Denn in vielen Fällen kommen erschwerte Bedingungen hinzu“, legte Rösch dar.

Einblick in Arkade-Pauline 13

Während des Netzwerktreffens hat Sebastian Rösch die Friedrichshafener Einrichtung Arkade-Pauline 13 vorgestellt, die Betroffene auf ihrem Weg in die Erwerbstätigkeit unterstützen: Beratung; Seminare – Bewerbung, Arbeitsstandards, interkulturelle Kompetenz; Deutschsprachkurse; Stützunterricht; externe Praktika; internes Arbeitsplatztraining; Bewerbungstraining; Stellensuche; Unternehmensberatung; Begleitung von Arbeitsverhältnissen.

Die Perspektive wechseln

Bei der Unterstützung von Betroffenen sei es durchaus hilfreich, die Perspektive zu wechseln. Rösch zitierte den aus TV-Shows bekannten Eckart von Hirschhausen: „Wir alle haben unsere Stärken, haben unsere Schwächen. Viele strengen sich ewig an, Macken auszubügeln. Verbessert man seine Schwächen, wird man maximal mittelmäßig. Stärkt man seine Stärken, wird man einzigartig...