Es ist normalerweise ein umjubeltes Ereignis, wenn ein neuer Zeppelin NT zum Erstflug abhebt. Jetzt war es erneut soweit, allerdings in aller Stille und ohne Publikum: Am Freitagnachmittag, 27. März, absolvierte er bei der Zeppelin-Luftschifftechnik seinen Erstflug. Der komplett weiße Zeppelin ohne Beklebung hob am frühen Nachmittag zügig ab und kam nach einem problemlosen Testflug mit Testpilot Oliver Jäger am Steuer gegen 16.30 Uhr wieder zur Landung an seinen Ankermast auf dem Flughafen Friedrichshafen.

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Das nach einem Jahr Bauzeit fertig gestellte Luftschiff ist ein Mix aus Alt und Neu. Denn ein früher in San Francisco eingesetzter, später demontiert und am Bodensee eingelagerter Zeppelin spendierte zahlreiche Komponenten. Viele Teile seiner tragenden Struktur wurden wiederverwendet, dazu Hülle und Leitwerke. Völlig neu hingegen ist die Passagiergondel. Sie hat nun 16 statt wie früher 14 Sitze. Für 14 Passagiere, den Piloten und einen Flugbegleiter fühlt es sich deshalb so an, als würden sie in einem komplett neuen Luftschiff sitzen.

Jede Menge Elektronik

Der Bau dieser Gondel ist komplex. Denn dort laufen Dutzende Meter Verkabelung der Flugsteuerung und der sogenannten Avionik zusammen, die dem Piloten alle zum Fliegen wichtigen Infos auf großen Displays anzeigt. Dazu kommt jede Menge weitere Elektronik. Schließlich fliegt der Zeppelin NT „fly by wire“ wie auch die Airliner von Airbus und Co. Das bedeutet, dass die Ruder am Leitwerk nicht mehr über Schubstangen oder Steuerseile mechanisch angetrieben werden. Stattdessen bewegen Elektromotoren die Ruder analog zur Stellung des Steuer-Joysticks, den der Pilot bedient.

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Der jetzt zum Erstflug gestartete Newcomer ist Nummer Acht. Drei fliegen derzeit in den USA für den Reifenkonzern Goodyear, ein älterer Zeppelin NT geht zusammen mit dem Neuen in Friedrichshafen voraussichtlich in einigen Wochen wieder in die Luft. Corona-bedingt wurde die Eröffnung der Flugsaison auf Anfang Mai verschoben.