Es geht voran auf der neuen Bundesstraße 31 zwischen Immenstaad und Friedrichshafen. Seit dem Spatenstich im November 2014 entsteht eine rund 7,12 Kilometer lange Straße mit 13 Brücken und einem 700 Meter langen Tunnel. Ab Ende 2020 sollen bis zu 27 000 Fahrzeuge pro Tag über den Asphalt rollen. Für 20 SÜDKURIER-Leser besteht aber schon vor diesem Eröffnungstermin die Möglichkeit, sich einen Teil der B 31-neu anzusehen und hinter die Kulissen dieser Riesenbaustelle zu Blicken.

Fachmann beantwortet Fragen

Zusammen mit dem Baubevollmächtigten Christoph Becker von der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) geht es am Montag, 23. September, um 16 Uhr zu einer etwa 90-minütigen Besichtigung der Baustelle. Treffpunkt ist um 15.45 Uhr auf dem Parkplatz Ecke Waggershauser Straße und Susostraße in Friedrichshafen.

Wie es auf der Baustelle der B 31-neu zwischen Friedrichshafen und Immenstaad derzeit aussieht, können SÜDKURIER-Leser am Montag, 23. September, während einer Baustellenführung mit dem Deges-Baubevollmächtigten Christoph Becker selbst sehen.
Wie es auf der Baustelle der B 31-neu zwischen Friedrichshafen und Immenstaad derzeit aussieht, können SÜDKURIER-Leser am Montag, 23. September, während einer Baustellenführung mit dem Deges-Baubevollmächtigten Christoph Becker selbst sehen. | Bild: Julius Hiller/Achim Mende

Von dort geht es zunächst in das Deges-Baubüro, wo Christoph Becker einen Einblick in die Geschichte und den Bauverlauf der neuen Bundesstraße geben wird. Danach begleitet der Baubevollmächtigte die SÜDKURIER-Leser über ein Stück der Baustelle. Für die Teilnehmer besteht dabei die Möglichkeit, dem Bauexperten Fragen rund um das Thema B 31-neu zu stellen.

Bewegte Geschichte

Dass es bei einem solchen Projekt um mehr geht, als nur um das Ausbringen von Asphalt, zeigt der bisherige Verlauf der Arbeiten an der neuen Bundesstraße. Noch vor dem ersten Spatenstich musste ein Teilstück des Mühlbachs verlegt und die darin lebenden, streng geschützten Bachmuscheln umgesiedelt werden.

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Außerdem machten sich Archäologen an die Arbeit und entdeckten unter anderem Überreste eines keltischen Hofanwesens aus dem zweiten bis ersten Jahrhundert vor Christus. Ende Juli stießen die Bauarbeiter dann auf ein Überbleibsel der jüngeren Geschichte: eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Zu erzählen gibt es über das Projekt also reichlich.

Bild: Julius Hiller/Achim Mende

Als besondere Herausforderung erwies sich der Tunnel in Waggershausen. „So ein Tunnel braucht lange“, sagt Christoph Becker. In Friedrichshafen kam aber erschwerend hinzu, dass bei den Arbeiten „fürchterliche Baugrundprobleme“ aufgetreten sind. Auf der gesamten Länge mussten die Wände deswegen zeitaufwendig gegen Erdrutsche abgesichert werden. Trotzdem liege das Projekt weiterhin im Zeitplan. „Reserven haben wir aber keine mehr.“

Diskussion um Teilfreigabe

Derzeit sorgt die Bundesstraße aber vor allem wegen einer von der Deges vorgeschlagenen Teilfreigabe für Diskussionen. So könnte der Abschnitt zwischen Immenstaad und Schnetzenhausen bereits im Sommer 2020 für den Verkehr freigegeben werden. Die Projektleiter erhoffen sich dadurch eine Entlastung der alten Bundesstraße, die durch Fischbach führt.

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Anwohner von Sparbruck, Waggershausen und Jettenhausen wehren sich gegen diesen Vorschlag, da sie durch das gesteigerte Fahrzeugaufkommen ein Verkehrschaos in den Ortschaften befürchten. Ob es zu einer Teilfreigabe kommt, liegt in der Entscheidung von Bund, Regierungspräsidium und Stadt. Eine Entscheidung wird allerdings nicht vor Herbst erwartet.