Im sechsten Monat schwanger und sowohl der Geburtsvorbereitungskurs als auch das Schwangerschaftsyoga fallen wegen der Corona-Pandemie aus. Die 29-jährige Alina Buser aus Überlingen steht nun vor einem Problem: Wie soll sie sich auf die Geburt vorbereiten?

Werdende Mütter helfen sich gegenseitig

„Es müssen Alternativen her. Ich bin mit den anderen 15 bis 20 Mädels aus den Kursen im Kontakt, wir wollten eine Whatsapp-Gruppe gründen“, erzählt Alina Buser. Kommt eine Frage rund um das Thema Schwangerschaft und Geburt auf, könne diese direkt in die Gruppe gestellt werden. „So können wir uns gegenseitig helfen.“

Schwangerschaftsyoga via Skype?

Eine weitere Idee von Alina Buser: Yoga via Skype. „Eigentlich könnten wir das recht einfach umsetzen, aber die Hebamme, die den Kurs organisiert, ist schon etwas älter und kennt sich mit der Technik leider nicht gut aus.“

Alina Buser aus Überlingen bereitet sich nun mit Youtube-Videos auf die Geburt vor.
Alina Buser aus Überlingen bereitet sich nun mit Youtube-Videos auf die Geburt vor. | Bild: Mona Lippisch

Doch die 29-Jährige ist zuversichtlich, dass sie sich auch von zu Hause aus auf die Geburt vorbereiten kann. Beispielsweise gebe es bei YouTube einige Videos von Hebammen und auch aus Fachbüchern könne die junge Frau hilfreiche Informationen gewinnen. Eine freiberufliche Hebamme aus Friedrichshafen ist ebenfalls zuversichtlich: „Es ist zwar schade, dass die Geburtsvorbereitungskurse momentan nicht stattfinden können, aber in der heutigen Zeit nicht so schlimm, es gibt viele Videos im Internet.“

Hebammen leisten nur noch dringende Hausbesuche

Die Hebamme spricht unterdessen von anderen Problemen in ihrem Beruf, die wegen des Coronavirus auftreten. So sei die Arbeit für Hebammen in den vergangenen Wochen deutlich weniger geworden. „Mit dem Virus verändert sich unsere Arbeit. Wir mussten unsere Praxis in Friedrichshafen schließen und gehen nur noch zu den Hausbesuchen, die wirklich notwendig sind“, erzählt sie. Letztere Regelung sei deswegen wichtig, um die Ansteckungsgefahr möglichst gering zu halten.

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Erstversorgung von Mutter und Kind zu Hause

Hauptaufgabe der Hebammen bei ihren Hausbesuchen sei die Erstversorgung von Mutter und Kind direkt nach der Geburt. „Es geht um die ersten Tage nach der Geburt, weil die Frauen so schnell wie möglich vom Krankenhaus nach Hause verlegt werden“, erklärt die Hebamme. Die meisten Frauen hätten nach ihrer Erfahrung kein Problem damit, denn in den Kliniken herrsche ohnehin Besucherverbot – auch für Familienangehörige.

Papa darf mit in den Kreißsaal, Besucher weiterhin verboten

Susann Ganzert, Pressesprecherin des Friedrichshafener Klinikums, betont, dass Mutter und Kind so lange wie nötig im Krankenhaus bleiben. Auch der Papa dürfe weiterhin (Stand Montag) bei der Geburt dabei sein. Diese Regelung gilt auch im Helios-Spital Überlingen. „Aktuell dürfen werdende Väter oder eine andere Begleitperson bei einer normalen Entbindung im Kreißsaal dabei sein, vorausgesetzt sie sind gesund“, sagt Claudia Prahtel, Pressesprecherin des Spitals. Besuch nach der Geburt ist in beiden Krankenhäusern nicht erlaubt.

Helena Strohmaier wird in Corona-Zeiten Mutter

Helena Strohmaier ist am 17. März Mutter geworden. Ihre Tochter Cleo Luise kam im Klinikum Friedrichshafen zur Welt. „Ich bin unendlich glücklich. Und froh darüber, dass mein Mann bei der Entbindung dabei sein konnte. Ohne ihn hätte ich es nicht geschafft“, wird die 26-Jährige in einer Mitteilung des Klinikums zitiert. Strohmaier und ihre Tochter genießen die Ruhe und nutze digitale Möglichkeiten, um mit Familie und Freunden das Glück zu teilen.

Mutter Helena Strohmaier mit ihrer Tochter Cleo Luise. Das Mädchen ist am 17. März im Klinikum Friedrichshafen zur Welt gekommen.
Mutter Helena Strohmaier mit ihrer Tochter Cleo Luise. Das Mädchen ist am 17. März im Klinikum Friedrichshafen zur Welt gekommen. | Bild: Klinikum Friedrichshafen

In den beiden geburtshilflichen Abteilungen des Medizin-Campus-Bodensee läuft die Geburtshilfe wie gewohnt weiter – bis auf die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen: Im Kreißsaal begleiten die Hebammen die Geburten, Frauen- und Kinderärzte sind im Einsatz, die ärztliche Geburtsplanung läuft und nach der Entbindung versorgen Kinderkrankenschwestern die Mama und den Nachwuchs bis zur Entlassung.

Wie Pressesprecherin Ganzert mitteilt, fallen die Elternschulkurse, die Hebammen- und Akupunktursprechstunde, die Kreißsaalführungen bis auf Weiteres aus.

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