"Natürlich sind Verteuerungen immer unpopulär, aber sie werden dringend notwendig", betonte Jürgen Löffler, Geschäftsführer von Bodo bei einer Pressekonferenz am Freitag. "Leider schießen die Dieselpreise gerade durch die Decke", sagte Löffler. Auch die Personalkosten und Investitionen im Fahrzeugbereich werden zu Buche schlagen. Da sich die Preissteigerung im Rahmen der Inflationsrate bewegt, hält Bodo den prozentualen Zuwachs für moderat.

Jürgen Löffler und Natalie Hartmann stellen die Details für das kommende Jahr vor.
Jürgen Löffler und Natalie Hartmann stellen die Details für das kommende Jahr vor. | Bild: Frank Enderle
  1. Was ändert sich für die Fahrgäste? Während der Preis für einen Einzelfahrschein in den regionalen Stadtverkehren bei 2,20 Euro unverändert bleibt, beträgt die Erhöhung bei Fahrstrecken darüber hinaus zwischen zehn und 20 Cent. Mehr bezahlen müssen auch Berufspendler und Schüler. Zwischen zwei und fünf Euro beträgt je nach Strecke hier die Verteuerung. Im Vergleich zum Einzelpreis sparen Abo-Nutzer nach wie vor rund 20 Prozent, hier wollte Bodo den Rabatt nicht kürzen. "Schließlich wollten wir die treuen Abo-Kunden nicht vergrämen", sagte Jürgen Löffler. Wie der Tarifverbund bei seinem Ausblick auf das kommende Jahr bekräftigte, soll für die steigenden Preise im Gegenzug aber auch der Service besser werden. Beispielsweise wird nach längerer organisatorischer Vorarbeit jetzt auch in Tettnang eine Schülermonatskarte angeboten, sie kostet 21 Euro. Die Karte kann ab 13.30 Uhr dann im gesamten Netzgebiet genutzt werden, am Wochenende sogar ganztägig.
Das könnte Sie auch interessieren
  1. Was verändert sich beim E-Card-Service? Prägendes Thema für Bodo ist auch im kommenden Jahr das bargeldlose Ticketangebot der E-Card. Nach der Einführung lief der Service aus technischer Sicht etwas holprig an, wie Bodo-Chef Jürgen Löffler einräumt. "Hard- und Software haben uns da einige Schwierigkeiten bereitet und das war am Anfang teils grenzwertig", betonte Löffler. Vielfach wurde nachgebessert, in der Regel zeigten sich laut Bodo die Kunden auch durchaus geduldig und verständnisvoll. "Trotz aller Probleme sehen wir die 9600 Kunden im ersten Jahr durchaus als großen Erfolg." Besser soll der E-Card-Service auch beim Ein- und Auscheck werden. Zum Teil dauert dies noch bis zur zwei Sekunden. "Das muss schneller werden", kündigte Jürgen Löffler an. Noch nicht an das E-Card-System angeschlossen sind die Busse des Verbundgebiets Lindau. Schuld sind hier die bürokratischen Hürden der EU bei der Ausstattung der Busse. "Da wir die Hardware europaweit ausschreiben müssen, verschlingt das einiges an Zeit", berichtete Jürgen Löffler. Übrigens soll der E-Card-Service mittelfristig auch Schülern zur Verfügung stehen. Diese müssten ihre Karte dann aber nur beim Einsteigen an den Terminalsensor halten, ein Auscheck-Vorgang wäre beim Festpreis für die Schülerbeförderung dann nicht erforderlich.
Das könnte Sie auch interessieren
  1. Wo müssen Fahrgäste mit Sperrungen rechnen? So erfreulich die endlich realisierte Elektrifizierung der Südbahn und weiterer Streckenabschnitte im Bodo-Tarifgebiet ist, vor allem Berufspendler bekommen beim Gedanken an einen Schienenersatzverkehr sicher schon jetzt Bauchschmerzen. "Das wird eine große Herausforderung für uns alle", sagte hierzu Jürgen Löffler und verwies darauf, dass die Baustelle insbesondere auf der Strecke Ulm-Friedrichshafen immer näher kommt. Bis 2021 muss auf vielen Streckenabschnitten mit Vollsperrungen gerechnet werden. "Wir sind natürlich bestrebt, dass der Ersatzverkehr zuverlässig funktioniert", sagt Löffler. Dass dies dennoch einen enormen Einfluss auf die Fahrscheinerlöse haben wird, daran hat man bei Bodo keinen Zweifel. Für eine wirtschaftliche Prognose sei es derzeit allerdings noch deutlich zu früh. Voraussichtlich wird sich dies erst im November 2019 in konkreten Zahlen darstellen.
Fahrgäste im Tarifverbund Bodo müssen sich auf höhere Preise im Jahr 2019 einstellen.
Fahrgäste im Tarifverbund Bodo müssen sich auf höhere Preise im Jahr 2019 einstellen. | Bild: Frank Enderle