Claudia Haydt tritt bei der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 293 (Bodensee) als Direktkandidatin der Partei "Die Linke" an. Die gebürtige Häflerin hat am Donnerstag von den Kreis-Parteimitgliedern ein einstimmiges Votum erhalten. Damit könnte sie Nachfolgerin von Annette Groth werden, die sich nicht wieder zur Wahl gestellt hat. "Ich bin der Meinung, dass eine Abgeordnete nicht zu viele Jahre im Deutschen Bundestag sitzen sollte", sagte Groth, die im kommenden Jahr das 63. Lebensjahr vollendet und stets für die Rente mit 63 eingetreten ist. Sie bleibt außerparlamentarisch tätig in der Partei.

Claudia Haydt ist 49 Jahre alt, Mitglied des Bundesvorstands der Linken und Mitglied der Europäischen Linkspartei. Sie ist in Langenargen aufgewachsen, absolvierte eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in Überlingen und anschließend ein Studium der Religionswissenschaften und Soziologie an der Universität Tübingen. Sie ist seit den 80er Jahren in der Friedensbewegung aktiv, außerdem blickt sie auf zehn Jahre kommunalpolitische Erfahrung im Tübinger Kreistag und im Gemeinderat zurück. Tätig war sie im Jugend- und Sozialbereich, im Verwaltungsausschuss und im Aufsichtsrat der kommunalen Verkehrs- und Wohnungsbaugesellschaften. Bis 1999 war sie Mitglied der Grünen, die sie wegen der Beteiligung am Jugoslawienkrieg verlassen hat. Sie trat später in die damalige PDS ein und ist heute als Mitarbeiterin der Bundestagsabgeordneten Inge Höger (Die Linke) tätig.

Gewählt wurden auch die Vertreter des Kreisverbands für die Landesversammlung, die am 28. Januar in Stuttgart stattfindet. Es sind Annette Groth, Inge Jakowlew, Monika Behl, Thomas Kuphal, Claudio Wellington, Joachim Rittler und als Ersatzvertreter Gökhan Kharaman.