In den Fichtenwäldern im Bodenseekreis droht eine Massenvermehrung an Borkenkäfern. Wegen des anhaltend heiß-trockenen Wetters sind laut einer Mitteilung des Landratsamts schon jetzt in einigen Waldgebieten deutlich erkennbare Schäden zu sehen.

Enorme Zahl an Schädlingen

Durch die Trockenheit seien die Fichten stark geschwächt und der gefährlichste Fichtenborkenkäfer, der Buchdrucker, habe ideale Bedingung. Derzeit wird von den Insekten die dritte Käfergeneration in diesem Jahr gebildet, so das Landratsamt. Das sei außergewöhnlich zeitig, weshalb Fachleute sogar eine vierte Generation in dieser Saison für möglich halten. Dieser enormen Zahl an Schädlingen könnten die Bäume nichts entgegensetzen.

Das Bohrmehl des Borkenkäfers auf einem Himbeerstrauch unter den Fichten.
Das Bohrmehl des Borkenkäfers auf einem Himbeerstrauch unter den Fichten. | Bild: Landratsamt Bodenseekreis

Zu erkennen sind befallene Fichten an braun verfärbten Kronen, abfallender Rinde sowie am Boden liegender Nadeln. Am Stammfuß häuft sich braunes Bohrmehl an. Das Forstamt des Bodenseekreises weist darauf hin, dass Waldbesitzer zur vorbeugenden Abwehr von Waldschäden verpflichtet sind.

Das müssen Waldbesitzer beachten

So seien gegen die Ausbreitung folgende Maßnahmen zu treffen: Kontrolle von Waldbeständen, Bäume mit Befallssymptomen sind unverzüglich einzuschlagen und aufzuarbeiten. Betroffen können auch Bäume mit noch grüner Kronen sein. Bei vollständig dürren Bäumen sind die Borkenkäfer meist schon ausgeflogen und haben bereits Nachbarbäume befallen.

Technische Hilfestellungen durch Forstamt möglich

Aufgrund der guten Versorgung der Sägewerke mit Fichtenholz, wird eine zeitnahe Vermarktung und Abfuhr nicht immer möglich sein. Deshalb sei geschlagenes „Käferholz“ vorsorglich mit zugelassenen Insektiziden gegen Borkenkäfer zu behandeln. Waldbesitzer, die ihren Pflichten nicht nachkommen, müssen mit einer Anordnung rechnen, deren Umsetzung gegen Kostenersatz auch erzwungen werden kann. Sofern Waldbesitzer die erforderlichen Arbeiten nicht selbst umsetzen können, bietet das Forstamt entsprechende technische Hilfestellung gegen Kostenersatz an oder ist behilflich bei der Vermittlung von Fachunternehmen.