Der Verkehrsverbund Bodo erhöht zum 1. Januar 2020 erneut die Ticketpreise. Durchschnittlich 3,8 Prozent mehr als bisher müssen Fahrgäste bezahlen, wenn sie im Verbundgebiet mit Bus und Bahn unterwegs sind. Die Gesellschafter – die drei Landkreise Ravensburg, Bodenseekreis und Lindau sowie 23 Verkehrsunternehmen – hätten es sich nicht leicht mit der Entscheidung gemacht, erklärte Bodo-Geschäftsführer Jürgen Löffler bei einem Pressegespräch am Freitag. Doch die Kosten für Personal, Fahrzeuge und Treibstoffe steigen. Und die Einnahmen aus der Schülerbeförderung, die mit knapp 17 Millionen Euro (2018) den größten Anteil der Fahrgelder von rund 43,7 Millionen Euro ausmachen, sinken. 

Geschäftsführer Jürgen Löffler erklärte ausführlich, warum Bodo die Preise mit Beginn des neuen Jahres deutlich anheben wird.
Geschäftsführer Jürgen Löffler erklärte ausführlich, warum Bodo die Preise mit Beginn des neuen Jahres deutlich anheben wird. | Bild: Cuko, Katy

Stadtverkehrs-Ticket kostet zehn Cent mehr

Am größten ist der Sprung beim Einzelfahrschein, der meistens in den Stadtverkehren zu lösen ist. Nach Jahren der Preisstabilität steigt die erste Preisstufe nun um zehn Cent auf 2,30 Euro, so Löffler. In den Preisstufen zwei bis acht werden zehn bis 30 Cent mehr fällig. Die Monats- und Abokarten werden zwischen 2,30 Euro und 5,80 Euro teurer. 

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Das gilt auch für die Schülermonatskarte mit einem Aufpreis von 1,30 Euro in der ersten Preisstufe, sodass ab Januar der Eigenanteil für Eltern von 36,30 auf 37,60 Euro steigt. Nach Angaben von Jürgen Löffler bekommen die 23 Busunternehmen rund neun Millionen Euro vom Land als Ausgleich für die Rabattierung der Schülermonatskarten. Der Bodenseekreis schießt jährlich weitere 7,5 Millionen Euro zu. 

Der druckfrische Verbundbericht von Bodo legt Rechenschaft ab über das Jahr 2018, das geprägt war vom Beitritt des Landkreises Lindau zum Verkehrsverbund.

Warum der Verkehrsverbund nach seiner Rechnung auch die Schülertickets verteuern muss, hat zwei Gründe. Zum einen stellen Schüler mit rund 60 Prozent die meisten Fahrgäste, die für die Hälfte aller Einnahmen im Bodo sorgen. „Der Schülerverkehr ist für uns nach wie vor die finanzielle Basis“, erklärte Jürgen Löffler.

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Nach dem Beitritt des Landkreises Lindau verzeichnete der Verkehrsverbund 2018 rund 39,5 Millionen Fahrgäste, von denen 21,5 Millionen Schüler waren. Auch wegen des demographischen Wandels fahren aber von Jahr zu Jahr weniger Schüler mit Bus oder Bahn zur Schule. 2018 waren es rund drei Prozent weniger als im Vorjahr, auch wenn die absoluten Zahlen wegen des Beitritts des Landkreises Lindau zum Verkehrsverbund stark gestiegen sind.

E-Card wird sehr gut angenommen

Gelegenheitsfahrer, für die sich keine Monats- oder Abokarte lohnt, kommen mit der E-Card im Bodo-Verbundgebiet günstiger weg. Die wird inzwischen von rund 13 000 Kunden genutzt, so Jürgen Löffler, was er „geradezu überwältigend“ findet. Die ersten 20 Fahrten werden mit zehn Prozent ermäßigt, ab der 21. Fahrt gibt es 20 Prozent Rabatt.

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Was das ausmacht, rechnete Jürgen Löffler an einem Beispiel vor. Wer von Friedrichshafen nach Ravensburg (vier Zonen) fährt, zahlt mit dem Einzelticket ab Januar 4,85 Euro, 20 Cent mehr als bisher. Mit der E-Card 20 kostet die Fahrt dann 3,90 Euro, bisher waren das 3,75 Euro. Zehn Prozent Rabatt gibt es aber auch mit dem Handyticket.

Jürgen Löffler räumte ein, dass das E-Ticket-System noch nicht ganz rund läuft. Unterm Strich habe sich das aber bewährt. Spätestens 2021 sollen auch alle Abo- und Schülermonatskarten auf Chipkarten umgestellt werden.