Wer als Erwachsener gesund leben möchte, kann schon in der Kindheit den Grundstein dafür legen. Heutzutage fahren viele Eltern ihre Sprösslinge zur Kindertagesstätte und zur Schule. Und die Kleinen selbst beschäftigen sich häufig schon früh mit digitalen Geräten. Gerade bei Heranwachsenden gebe es aus ganz verschiedenen Gründen große Bewegungsdefizite, macht Franziska Borst vom Amt für Sport und Bewegung der Stadt Stuttgart deutlich. Sie stellte das Förderprogramm Bewegungspass bei einer Auftaktveranstaltung im Bürgersaal Owingen vor. 

Zielgruppe: Zwei- bis Siebenjährige

Der Bewegungspass wird vom Land unterstützt und soll Kinder zwischen zwei und sieben Jahren für Bewegung begeistern. In Stuttgart wurde das Projekt bereits in verschiedenen Einrichtungen erfolgreich umgesetzt. Nun ist auch der Bodenseekreis auf das Förderprogramm aufmerksam geworden und will den Bewegungspass unter dem Titel „Bewegt aufwachsen im Bodenseekreis“ sukzessive flächendeckend umsetzen. Dafür ist Projektleiterin Lea Henle vom Gesundheitsamt des Landratsamts Bodenseekreis zuständig.

Bei der Auftaktveranstaltung des Bewegungspasses (von links): Multiplikator Elke Weyermann, Projektleiterin Lea Henle, Owinger Sozialdezernent Ignaz Wetzel, Referentin Franziska Borst und Maria Di Canto von der Barmer-Krankenkasse.
Bei der Auftaktveranstaltung des Bewegungspasses (von links): Multiplikator Elke Weyermann, Projektleiterin Lea Henle, Owinger Sozialdezernent Ignaz Wetzel, Referentin Franziska Borst und Maria Di Canto von der Barmer-Krankenkasse. | Bild: Hanspeter Walter

Angela Gotzmer-Groß von der kommunalen Gesundheitskonferenz sagt: „Wir haben Erzieher aus sieben Kindertagesstätten und fünf Orten zur Auftaktveranstaltung eingeladen.“ Mit dabei waren neben Mitarbeitern der beiden Owinger Kindergärten auch Vertreter aus Frickingen, Kressbronn, Stetten und Überlingen. „Ganz bewusst haben wir die erste Fortbildung in einem kleinen Rahmen veranstaltet“, betont Gotzmer-Groß. Weitere Gelegenheiten zur Zertifizierung will der Landkreis im Laufe des Jahres anbieten.

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Bewegungspass mit vielen Übungen

Über die fachlichen Grundlagen zu den Themen „Bewegung, Spiel und Sport im Kindesalter“ sprachen Sergio Ziroli und Patrick Singrün von der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Anschließend stellte Franziska Borst das Förderprogramm und den Bewegungspass im Detail vor. Das zwölfseitige kindgerecht gestaltete Heft enthält eine Vielzahl an motorischen Aufgaben.

Zum Beispiel gibt es Übungen, bei denen verschiedenen Tieren Erkennungsmerkmale zugeordnet sind. Anhand einer Geschichte werden die Tiere gemeinsam in der Gruppe nachgeahmt. Von der kriechenden Schlange und dem hüpfenden Känguru über den Affen und das Eichhörnchen bis hin zur Ameise und dem Chamäleon reicht die Zoologie. Am Beispiel des Bären und seiner Bewegungsgeschichte demonstrierte Borst zu Beginn der Übung den Ablauf einer praktischen Einheit.

Zum Aufwärmen starten die Erzieher mit einer gruppendynamischen Übung.
Zum Aufwärmen starten die Erzieher mit einer gruppendynamischen Übung. | Bild: Hanspeter Walter

Im Projekt soll Kindern „die Freude an Bewegung vermittelt und ihre motorische Entwicklung von Anfang an gefördert werden“, sagt Borst. Um die Kleinen zu ermutigen und zusätzlich zu motivieren, werden die absolvierten Übungen im persönlichen Bewegungspass festgehalten.

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Manches bedarf dabei größerer Mühe als auf den ersten Blick erkennbar. Diese Erfahrung machten die Erzieher bei ihren ersten Probendurchgängen. Um das Projekt bedarfsgerecht zu gestalten, werden die Angebote und Inhalte im Rahmen eines Arbeitskreises mit verschiedenen Akteuren aus dem Bereich frühkindliche Bildung und Bewegung gestaltet.

Schulung für Erzieher in Planung

Eine Schulung für Erzieher rund um das Thema Bewegungsförderung ist derzeit in Vorbereitung. Daran beteiligt sind neben dem Gesundheitsamt auch die Kindergärten selbst, der Sportkreis Bodenseekreis, Fachschulen, die Pädagogische Hochschule Weingarten, das Jugendamt, die Bildungsregion Bodenseekreis sowie die Krankenkasse Barmer. Die frühkindliche Förderung der Bewegung sei ein wichtiger Beitrag zur Prävention, sagte Maria Di Canto, Geschäftsführerin der Barmer in Friedrichshafen.

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