Rund 50 000 Kilometer pendelt die Bodensee-Oberschwaben-Bahn (BOB) jährlich zwischen Friedrichshafen und Aulendorf. Werktags fahren im Schnitt knapp 5200 Menschen mit und können sich zu über 96 Prozent darauf verlassen, dass die "Geißbockbahn" zuverlässig und pünktlich unterwegs ist. Auch wirtschaftlich läuft der Betrieb, fuhr im Geschäftsjahr 2016/17 rund 427 000 Euro Gewinn ein.

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Doch auch wenn die BOB nach wie vor ein Erfolgsmodell ist, steht das kommunale Bahnunternehmen nicht nur vor Herausforderungen, sondern ab 2024 aus heutiger Sicht zur Hälfte auf dem Abstellgleis. "Es wird sich alles verändern", fasst BOB-Geschäftsführer Norbert Schültke zusammen. Ist die Südbahn elektrifiziert, hat der BOB-Fuhrpark aus neun Dieseltriebwagen des Typs "Regioshuttle", von denen die ersten auch schon 20 Jahre alt sind, ausgedient.

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Ob die BOB bei der Neuausschreibung der Verkehrsleistungen nach 2023 auf der Südbahn eine Chance hat, ist nach wie vor unklar. Die Rahmenbedingungen für eine strategische Zukunftsplanung der BOB könnten nicht schwieriger sein, erklärte Schültke.

BOB kann für Stammstrecke Angebot abgeben

Immerhin habe sich das Land dazu bekannt, den geplanten Regionalverkehr im Stundentakt wie heute in Aulendorf zu brechen. Dann kämen erneut zwei Anbieter zum Zuge: einer auf dem Abschnitt Ulm–Aulendorf und einer zwischen Aulendorf und Friedrichshafen bis Lindau. Für ihre Stammstrecke könnte die BOB – mit einem strategischen Partner – ein Angebot abgeben.

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Bis dahin wird die Elektrifizierung der Südbahn mit Streckensperrungen hauptsächlich im nächsten Jahr auch den BOB-Verkehr beeinträchtigen. Einen Vorgeschmack gab es bereits 2017, als im Bahnhof Friedrichshafen Gleise und Weichen neu verlegt wurden. Sechs Wochen Schienenersatzverkehr bescherten der Gesellschaft einen Verlust in sechsstelliger Höhe.