Die Leute bleiben stehen. Schauen zu, wie Hannes Pfund sein Banjo schlägt, Markus Walser sein Schlagzeug rührt. Und gleich wird Jack Wipf in die Trompete stoßen. Dietmar Greiwe und Brigitte Knudsen, die Leaderin der Band, blasen längst schon Klarinette und Saxofon. Und dies so gekonnt, dass die Essenden schräg hinterm Zelt der Band das Abbeißen von ihren Wurstwecken vergessen, dass der Enkel im Kinderwagen genau so im Takt mit wippt, wie der die Karre schiebende Großvater. All dies war erst der Soundcheck. Klarinettist Greiwe mit der "Dixie" ließ denn auch ab von seinem Instrument, mischte sich ins Publikum, lauschte und nickte schließlich zufrieden. Noch zufriedener sollten sich später die Zuhörer zeigen. Sie waren das, woran sich Bandleaderin Brigitte Knudsen noch vom Vorjahrsauftritt beim Markdorfer Dixiefest erinnert: "einfach begeistert, pfeifend und applaudierend".

Mittanzende Zuhörer sind indes nur bei "Knapp ein Jahr" anzutreffen. Wenn die Folk-Band ihre Western-Songs spielt oder den für sie so typischen verfolkten Rock, dann schwingen die Becken. Die Square-Dance-Gruppe vor der Band in Jeans, mit Stiefeln, mit tief in die Stirn gezogenen Cowboy-Hüten, die steppt und dreht auf dem Platz vorm Rathaus, als wär das der Saloon aus dem Hollywood-Streifen.

Keine Saloon-, dafür Jazz-Kneipen-Atmosphäre zauberte die "Imperial Jazzband" in den Innenhof des Bischofsschlosses. Old-School-Dixie vom Feinsten, aufgepeppt mit launigen Soli, das kam gut an wie immer. Ebenso viel Zuspruch erntete "Zäpfle-Bräss" vor der Sparkasse. Die Gruppe hat im zweiten Jahr beim Dixiefest schon eine feste Fangemeinde. Nachzutragen gilt noch der Musik-Schul-Leckerbissen beim Proma. Gediegener Swing, fabelhafter Soul, eine hinreißende Sängerin: Hannah Loebermann.