Ein neuer Bahnhof für Lindau sowie die Elektrifizierung der Südbahn und der Strecke Zürich–München sorgen bei Bahnfahrten in der Region noch lange Zeit für etliche Unannehmlichkeiten – die reichen von Streckensperrungen bis hin zu wochenlangem Schienenersatzverkehr. Wir zeigen in einer Übersicht, wann welcher Streckenabschnitt gesperrt sein wird und was das für Bahnreisende bedeutet.

Zwischen Lindau und Bregenz werden neue Gleise verlegt. Auf der Strecke werden daher bis 9. September Busse eingesetzt.
Zwischen Lindau und Bregenz werden neue Gleise verlegt. Auf der Strecke werden daher bis 9. September Busse eingesetzt. | Bild: Susanne Hogl

Noch bis zum 9. September dauern die Bauarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Lindau und dem vorarlbergischen Lochau. In dieser Zeit müssen alle Bahnreisenden, die in Richtung Bregenz oder von Bregenz aus unterwegs sind, für diesen Streckenabschnitt auf Busse umsteigen.

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Noch mehr Geduld brauchen alle Zugreisenden auf der Pendlerstrecke zwischen Lindau und Friedrichshafen. Die gesamte Strecke wird für den Bahnverkehr vom 16. September bis zum 20. Dezember gesperrt und es verkehren ausschließlich Busse.

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Zu Vollsperrungen wird es auch auf der Strecke zwischen Ulm und Laupheim kommen, und zwar vom 16. September bis zum 3. November. Auf der gesamten Strecke wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, außerdem wird es einen Schnellbus zwischen Ulm/Schillerstraße, Laupheim/ZOB und Laupheim-West/Bahnhof geben. Fahrräder können laut Mitteilung der Bahn bis 20. Oktober zwischen Ulm und Laupheim begrenzt in Bussen mitgenommen werden, die ein Fahrradsymbol haben – die Radmitnahme ist jedoch nur an Wochenenden und an Feiertagen möglich.

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Die größte Baustelle in der Region ist noch bis Ende 2020 in Lindau. Dort wird im Stadtteil Reutin ein neuer Haltepunkt für die Schnellzüge gebaut, den Spatenstich dazu hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Juli 2019 gemacht.

Bahnhof auf der Insel wird weiter genutzt

Der bisherige Bahnhof auf der Lindauer Insel wird nach wie vor vom Nah- und Regionalverkehr angefahren. Bis 9. September wechselt die Bahn zwischen Lindau/Aeschach und der Grenze zu Österreich rund 4000 Meter Gleise aus und baut elf neue Weichen. Zeitgleich wird an der zweiten Bahnunterführung in Lindau gearbeitet.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war am 23. Juli für den Spatenstich für den neuen Bahnhof in Lindau zu Gast.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war am 23. Juli für den Spatenstich für den neuen Bahnhof in Lindau zu Gast. | Bild: Susanne Hogl

Anfang September soll laut Mitteilung der Bahn das neue Stellwerk in Lindau fertig sein. Per Mausklick werden dann 61 Weichen und 155 Signale gesteuert. Laut Bahnprojektleiter Michael Katz ist folgendes geplant: „2019 steht im Zeichen der Fernverkehrsmaßnahmen.

2020 folgt dann die Anbindung zur Lindauer Insel

Ende des Jahres werden wir die wichtigsten bahntechnischen Voraussetzungen für die schnellen Verkehre geschaffen haben. Und 2020 liegt der Fokus der Bautätigkeiten dann auf dem Bahnhof in Reutin und der Anbindung zur Insel.“ Insgesamt investiert die Bahn für die Elektrifizierung und den Ausbau auf 155 Kilometern Strecke bis Ende 2020 rund 440 Millionen Euro. Dafür soll sich die Fahrzeit zwischen München und Zürich um eine Stunde auf rund dreieinhalb Stunden verkürzen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (rechts) mit Lindaus Oberbürgermeister Gerhard Ecker beim Spatenstich für den neuen Bahnhof in Lindau-Reutin.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (rechts) mit Lindaus Oberbürgermeister Gerhard Ecker beim Spatenstich für den neuen Bahnhof in Lindau-Reutin. | Bild: Susanne Hogl

Einen Schritt näher scheint auch die immer wieder geforderte Verlängerung der S-Bahn S7 vom schweizerischen Romanshorn bis nach Lindau. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart sagte jetzt dem Lindauer Oberbürgermeisterkandidaten Mathias Hotz zu, die vom Freistaat notwendige Finanzierung für den Streckenausbau zu übernehmen.

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Laut Reichhart will der Freistaat das Projekt jährlich mit einem sechsstelligen Betrag fördern. So könnte es dann 28 statt bislang 48 Minuten dauern, um vom schweizerischen Rorschach bis zum neuen Bahnhaltepunkt in Lindau-Reutin zu kommen. Bayern hofft nun, dass durch die Zusage Bayerns auch Vorarlberg für eine Finanzierung ihrer Teilstrecke sorgen wird und somit eine S-Bahn-Verbindung schon im Jahr 2021 möglich sein könnte.