Die SPD-Kreistagsfraktion hat im Oktober den Antrag gestellt, die Biotonnen im Bodenseekreis in den Sommermonaten wöchentlich statt alle 14 Tage zu leeren. Dies lehnte der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags mehrheitlich ab.

Service in Überlingen kostet 8 bis 15 Euro mehr im Jahr

Lediglich in Überlingen wird der Biomüll von Mai bis September wöchentlich abgeholt. „Je nach Haushaltsgröße kostet dieser Service die Bürger 8 bis 15 Euro mehr im Jahr“, erläuterte Stefan Stoeßel, Leiter des Abfallwirtschaftsamts des Bodenseekreises, in der jüngsten Sitzung des Kreistags.

68 Prozent wollen zweiwöchigen Rhythmus

Eine repräsentative Bürgerbefragung zeige, dass 68 Prozent der befragten Haushalte sich eine 14-tägige Leerung der Biotonne wünsche. „Eine wöchentliche Abfuhr des Biomülls forderten nur 15 Prozent der Befragten“, berichtete Stoeßel.

Jahresgebühr würde von 128 auf 150 Euro steigen

Er rechnete vor, dass bei ganzjähriger wöchentlicher Biomüllabfuhr die Jahresgebühr für einen Vier-Personen-Haushalt von derzeit 128 auf 150 Euro steigen würde, um die zusätzlichen Kosten zu decken.

54 Prozent wollen nicht mehr zahlen

54 Prozent der Befragten wollen für die wöchentliche Leerung der Biotonne aber nicht mehr bezahlen. „Wir nehmen das zur Kenntnis“, sagte Ingrid Sauter (SPD).

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89 Prozent der Bürger mit Entsorgung sehr oder eher zufrieden

Die Befragung zeigte auch, dass 89 Prozent der Bürger mit dem Entsorgungssystem im Bodenseekreis sehr zufrieden oder eher zufrieden sind. An der Spitze liegt die Abfuhr des Restmülls mit 97 Prozent, gefolgt von der Altpapierentsorgung mit 90, der Abfuhr des Bioabfalls mit 87 und der Entsorgung von Leichtverpackungen (Gelber Sack) mit 82 Prozent.

56 Prozent wünschen sich Gelbe Tonne

„Für die Einführung einer Gelben Tonne sprachen sich 56 Prozent der befragten Haushalte aus“, berichtete Stoeßel. 65 Prozent würden sich eine mindestens 14-tägige Abholfrequenz wünschen.

Pro Einwohner 92 Kilo Abfall im Jahr

Dem Ausschuss für Umwelt und Technik präsentierte Stoeßel die Ergebnisse einer Analyse des Hausmülls. Pro Einwohner fallen im Schnitt 92 Kilo im Jahr an, die sich zu 25,7 Prozent aus trockenen Wertstoffen, zu 32,6 Prozent aus Organik und zu 41,7 Prozent aus restlichen Abfällen zusammensetzen. Nur 6,2 der 23,7 Kilo Wertstoffe je Einwohner sei realistisch abschöpfbar, erläuterte der Leiter des Abfallwirtschaftsamtes. „Das größte Potenzial liegt im Kunststoffbereich mit 2,2 Kilogramm je Einwohner.“

Nur zwei Prozent Störstoffe im Biomüll

Bemerkenswert sei, dass sich im Biomüll nur zwei Prozent Störstoffe befänden. „Hier zeigen sich Erfolge der Bioabfallkampagne des vergangenen Jahres“, sagte Stoeßel. Auffallend sei auch der mit 44 Prozent relativ hohe Anteil an Gartenabfällen im Biomüll. Er könnte über die Grüngutkompostierung günstiger verwertet werden.