Aus der internationalen Raumstation ISS gibt es laut Pressemitteilung von Airbus Defence and Space eine Erfolgsmeldung. „Der europäische ESA-Astronaut Luca Parmetano hat die von uns gebaute Fluid Science Anlage namens Rubi erfolgreich auf der ISS installiert“, erklärt Airbus-Pressesprecher Mathias Pikelj.

Transport ins All mit einer Falcon-9-Trägerrakete

Die Versuchseinheit für Flüssigkeitsexperimente sei in der Nacht vom 25. zum 26. Juli von der Cape Canaveral Air Force Station (CCAF) mit einer Falcon-9-Trägerrakete ins All transportiert worden. „Am frühen Abend des 27. Juli dockte die Versorgungskapsel ‚Dragon‘, in der Rubi verstaut war, an die ISS an“, sagt Pikelj.

Daumen hoch im Airbus-Team: Der Rubi-Projektmanager Olaf Schoele-Schulz (rechts) signalisierte im Juli, dass die Einheit „Rubi“ für Flüssigkeitsexperimente auf der internationalen Raumstation ISS bereit ist.
Daumen hoch im Airbus-Team: Der Rubi-Projektmanager Olaf Schoele-Schulz (rechts) signalisierte im Juli, dass die Einheit „Rubi“ für Flüssigkeitsexperimente auf der internationalen Raumstation ISS bereit ist. | Bild: Airbus

„Rubi“ steht für „Reference mUltiscale Boiling Investigation“, die Einheit für Flüssigkeitsexperimente im All wurde von Airbus für die europäische Weltraumorganisation ESA entwickelt und gebaut. Mit Rubi sollen die Grundlagen des Siedens von Flüssigkeiten untersucht werden. Es geht um Phänomene des Phasenübergangs und Wärmetransports beim Verdampfen von Flüssigkeiten in mikroskopischen und makroskopischen Dimensionen.

Kameras schießen 500 Bilder pro Sekunde

Kernelement von Rubi sei eine mit Flüssigkeit gefüllte Zelle, die thermoelektrisch beheizt und gekühlt werden kann. Auf einem metallbeschichteten Glasheizer werde mithilfe eines Lasers der Siedevorgang ausgelöst. Hochauflösende Kameras beobachten das Entstehen und Wachsen der Dampfblasen sowohl im sichtbaren als auch im infraroten Spektralbereich mit bis zu 500 Bildern pro Sekunde.

Mögliche Verwendungen für Alltag oder in der Industrie erhofft

Die geplanten Untersuchungen könnten laut Airbus-Mitteilung dazu beitragen, künftig effizientere und umweltschonendere Haushaltsgeräte wie beispielsweise Herde oder Heizungen sowie Wärmetauscher für industrielle Fertigungsprozesse zu bauen.

Entscheidung über Experimentestart noch diese Woche

„Noch in dieser Woche wird entschieden, wann genau die Versuchsanlage eingeschaltet werden soll. Dann kann die detaillierte Inbetriebnahme eingeleitet und mit der Vorbereitung der einzelnen Experimente begonnen werden. Diese Phase wird Commissioning genannt“, wird Nikola Zekusic in der Mitteilung zitiert. Zekusic ist bei Airbus der Rubi-Operations-Ingenieur.