Der Antrag der Fraktionen Die Grünen und SPD auf den Verzicht des Baus der Südumfahrung (K 7743) Markdorf steht auf der Tagesordnung der nächsten öffentlichen Sitzung des Kreistages am Mittwoch, 15. Oktober. Die beiden Fraktionen fordern bekanntlich das Aus der als Kreisstraße geplanten und beschlussreifen Ortsumgehung sowie den Stop sämtlicher Planungen. Darüber soll das Gremium übermorgen befinden. In einem weiteren Teil des Antrags fordern die beiden Fraktionen Planungen zu einem zusätzlichen Haltepunkt der Bodenseegürtelbahn beim Markdorfer Gewerbegebiet Negelsee auf Höhe der Firma Wagner aufzunehmen.

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Umfahrungsgegner: Bau „nicht mehr zu verantworten“

Der Bürgerentscheid liege mehr als 16 Jahre zurück und die Prognosen zur Entlastungswirkung sowie zu den Kosten hätten sich entscheidend verändert, begründen die Fraktionen ihren Antrag. Wegen des damit verbundenen schlechteren Kosten-Nutzen-Verhältnisses sei ein Bau der Südumfahrung „nicht mehr zu verantworten“, heißt es in dem Antrag. Hinzu käme, dass Planung und Bau der B 31 neu zügig vorangetrieben und eine Taktverdoppelung der Bodenseegürtelbahn angestrebt werde. Auch die Themen Klimaschutz und Verkehrswende würden zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Sticker 2019: Auf Höhe des ehemaligen Haslacherhofs zeigen heute ins Feld gesteckte Pfähle den geplanten Verlauf der Markdorfer Südumfahrung an.
Sticker 2019: Auf Höhe des ehemaligen Haslacherhofs zeigen heute ins Feld gesteckte Pfähle den geplanten Verlauf der Markdorfer Südumfahrung an. | Bild: Helga Stützenberger

Gesprächsangebot an Markdorfer Pro-Umfahrung-Initiative

Inzwischen, so die Fraktionen, gehe man von Kosten in Höhe von knapp 30 Millionen Euro aus, mit weiteren Kostensteigerungen sei zu rechnen. Gegenüber der ursprünglich prognostizierten Entlastungswirkung von 10.300 Fahrzeugen für die Ortsdurchfahrt Markdorf nehme man aktuell eine Entlastung in Höhe von 4200 Fahrzeugen täglich an. Habe der ursprüngliche Kostenanteil von Kreis und Stadt Markdorf bei 1,67 Millionen Euro gelegen, werde er nun auf 8,45 Millionen Euro taxiert. Diese Zahlen hatten die beiden Fraktionen in der vergangenen Woche auch in einem Schreiben an die Initiatoren der Pro-Südumfahrung-Demo am 26. September in Markdorf genannt. In diesem Schreiben bieten die beiden Fraktionen der Markdorfer Interessengemeinschaft an, gemeinsam an einer Lösung des Lärm- und Verkehrproblems in der Ortsdurchfahrt zu arbeiten – ohne Bau der Ortsumfahrung.