Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich weiter in Europa aus. Im September vergangenen Jahres wurden laut dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erstmals infizierte Wildschweine in Belgien entdeckt. Bis Jahresende seien rund 240 infizierte Wildschweine gemeldet worden. Im Bodenseekreis gibt es bislang keine Krankheitsfälle, trotzdem bereiten sich die Behörden auch in der Region mit verschiedenen Maßnahmen vor.

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Blutproben bislang negativ

Seit Januar 2018 sind Jäger im Landkreis angehalten, Blutproben von geschossenen und tot aufgefundenen Wildschweinen zu nehmen, die dann auf den Virus untersucht werden. Vom Land wurde ein Soll von 66 Proben vorgegeben. "Zum Jahresende hatten wir mehr als doppelt so viele", sagt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts.

"Auch die Abschusszahlen sind deutlich angestiegen." Das zeige, dass "die Reduzierung des Wildschweinbestands als eine der wichtigsten Vorbeugemaßnahme mit großem Einsatz" angegangen werde. Einen Fall von ASP habe es im Landkreis bisher nicht gegeben.

Die Jagd auf Wildschweine gilt als ein wichtiges Mittel, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu stoppen.
Die Jagd auf Wildschweine gilt als ein wichtiges Mittel, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu stoppen. | Bild: Thomas Güntert

Landkreis trifft Vorsorge

Dennoch werde weiterhin an Maßnahmen zur Vorbeugung gearbeitet. Auf Parkplätzen an Hauptdurchgangsstraßen seien Hinweisschilder angebracht worden. Sie sollen Fernfahrer auf die Übertragungsgefahr durch mitgebrachte und achtlos weggeworfene Lebensmittel aufmerksam machen. Betriebe, die viele Erntehelfern beschäftigen, seien bezüglich mitgebrachter Lebensmittel angeschrieben worden, berichtet Schwarz. "Auch die Forstmitarbeiter sind eindringlich darauf hingewiesen worden, keine Essensreste im Wald zu belassen."

Die Müllentsorgung auf den Rastplätzen soll zudem verbessert werden und eine Verwahrstelle für Kadaver und Wildschweinabfälle werde vorbereitet. "Wir bereiten uns schon seit einiger Zeit auf vielen Ebenen vor", sagt Schwarz. "Trotzdem würde ein Ausbruch der Schweinepest eine sehr große Herausforderung darstellen."

Im Schwarzwald-Baar-Kreis weisen Informationstafeln auf die Risiken von weggeworfenen Essensresten hin. Auch im Bodenseekreis stehen solche Schilder.
Im Schwarzwald-Baar-Kreis weisen Informationstafeln auf die Risiken von weggeworfenen Essensresten hin. Auch im Bodenseekreis stehen solche Schilder. | Bild: Trippl, Norbert

Gefahr für Schweinehalter

Für Schweinehalter im Bodenseekreis hätte der Ausbruch der ASP schwerwiegende Folgen. In Belgien wurde nach den ersten Fällen ein etwa 630 Quadratkilometer großes Seuchengebiet eingerichtet – das entspricht beinahe der Fläche des Bodenseekreises mit rund 665 Quadratkilometern. In diesem Seuchengebiet wurden laut dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit innerhalb von wenigen Tagen alle rund 4000 domestizierten Schweine getötet, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Ähnlich könnte es im Fall eines Ausbruchs den 8452 Schweinen in 167 Betrieben im Bodenseekreis ergehen.