Der Deutsche Bauernverband fürchtet, dass sich die Afrikanische Schweinepest in Deutschland ausbreitet und hat Alarm geschlagen. Die Forderung des Verbands: Etwa 70 Prozent der Tiere im Wildschweinbestand sollen abgeschossen werden. Das Landratsamt des Bodenseekreises schlägt unterdessen ruhigere Töne an, beobachtet aber die Situation.

"Es gibt derzeit keine besonderen Vorkommnisse im Hinblick auf die Schweinepest", sagt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts Bodenseekreis. Die Jäger im Landkreis wurden jedoch dazu veranlasst, stichprobenartig Blutproben von geschossenen oder toten Wildschweinen zu nehmen. Laut Schwarz seien so bereits 83 Proben zusammengekommen, die aktuell untersucht werden. "So können wir die Entwicklung im Blick behalten."

Sollte es tatsächlich zu einem Ausbruch der Schweinepest kommen, hat das Landratsamt vorsorglich Kühlcontainer bestellt, um dort auch eine größere Zahl getöteter oder verendeter Tiere zu sammeln. "Denn in solch einem Fall wird es wichtig sein, Infektionsherde schnell aus dem Wald zu entfernen", so Schwarz.

Zu den Bauern in der Region gibt das Landratsamt an, dass es 25 Zuchtbetriebe mit 3073 Schweinen und 129 Mastbetriebe mit insgesamt 11 279 Schweine gibt. Ekkehard Wolpold aus Friedrichshafen hat selbst einen Mischbetrieb, in dem er auch Schweine züchtet. "Meine Schweine sind recht robust. Ich achte auf ihre Ernährung und sorge dafür, dass sie sich genug bewegen können." Laut der Auffassung von Wolpold sollten vor allem Mastbetriebe sich gegen einen Ausbruch der Krankheit wappnen: "Die Tiere haben dort nur etwa zwei Quadratmeter Platz für sich. Die Ansteckungsgefahr ist da hoch."

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Der Bauernverband fürchtet Schäden in Milliardenhöhe, die viele Unternehmen ruinieren könnten. Für Menschen ist die Schweinepest nicht gefährlich.