Tritt die AfD bei den Kommunalwahlen an? Nominiert sie Kandidaten für den Kreistag? Der Kreisverband Bodenseekreis hat sich mit der Beantwortung dieser Fragen lange Zeit gelassen. Jetzt erklärt Christoph Högel, stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbands, auf Anfrage, die AfD kandidiere bei den bevorstehenden Kommunalwahlen im Bodenseekreis in allen Wahlkreisen für den Kreistag.

An den Gemeinderatswahlen im Kreis beteilige man sich nicht, hier fehle es an „Manpower“, so Högel. Die Bundestagsabgeordnete Alice Weidel, mit Wohnsitz in Überlingen, werde bei den Wahlen nicht „als Zugpferd“ fungieren.

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Christoph Högel, der ehemalige Sprecher der „Jungen Alternative Baden-Württemberg“, kandidiert selbst für den Kreistag. Er hat sich eigenen Angaben zufolge von der „Jungen Alternativen“ gelöst, da seine Einstellung nicht in Einklang mit der Entwicklung "der rechtsradikalen Tendenzen der Jugendorganisation seiner Partei zu bringen" sei. Hier habe es ihm an einem Machtwort aus dem Landesvorstand gefehlt, erklärte er.

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Die Nominierungsveranstaltung der Kandidaten für den Kreistag sei bereits abgeschlossen, allerdings wolle man diese Namen erst Ende März bekannt geben. Die AfD sei deswegen so spät dran, weil die Partei noch nicht alle Unterlagen der Kandidaten zusammen habe, so Högel.

Als weiteren Grund nannte der AfD-Politiker die Angst der Kandidaten vor möglichen Repressalien nach Bekanntgabe ihrer Namen und Adressen auf den Wahllisten. Er denke dabei an Sachbeschädigungen und Schmierereien an Häusern und Autos.

Im Bodenseekreis gab es bisher keine derartigen Angriffe auf AfD-Politiker, räumt der stellvertretende Kreisvorsitzende ein.

AfD Bodenseekreis wolle endlich aus der Deckung kommen

Er spricht sich in diesem Zusammenhang auch gegen die gängige Praxis aus, Namen und Adressen auf den Kandidatenlisten zu veröffentlichen. Seine Partei prüfe derzeit die Möglichkeiten, dies zu umgehen, sagte Högel. Die AfD Bodenseekreis wolle endlich aus der Deckung kommen und mehr in der Öffentlichkeit stehen.

Als gemäßigten, bürgerlichen und nicht ultraradikalen Kreisverband bezeichnete er die AfD im Bodenseekreis. Man wolle zeigen, dass man nicht nur zur Flüchtlingsfrage etwas zu sagen habe, daher die Kandidaturen für den Kreistag.

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Ende März soll laut Högel das Wahlprogramm parallel zur Bekanntgabe der Kandidaten der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Alice Weidel, Mitglied des Bundesvorstands, werde bei der kommenden Wahl keine Rolle spielen.

Weidel sei mit ihrer Tätigkeit im Bundestag ausgelastet und man wolle mit ihrer Kandidatur keine Wählertäuschung betreiben. Die berufliche Auslastung der in Frage kommenden Kandidaten nannte Högel auch als Begründung, nicht bei den Gemeinderatswahlen anzutreten.