Bodenseekreis (kck) Es dürfte nicht leicht werden, "Emma" am Leben zu erhalten. Aber alle an dem Mobilitätsprojekt beteiligten Partner sind entschlossen, die weiß-grünen Elektroautos nun auch ohne Fördergelder von Bund und Land auf der Straße zu lassen. So war die Abschlussveranstaltung für das Forschungsprojekt "e-mobil mit Anschluss" am Freitag gleichzeitig der Startschuss für Emma im Echtbetrieb. "Wir haben den Ehrgeiz, dass es weitergeht", sagte Landrat Lothar Wölfle bei der Starter-Konferenz auf dem Seecampus der Zeppelin-Universität.

17 von 23 Kommunen im Bodenseekreis haben letztlich mitgemacht, die derzeit 21 Emma-Fahrzeuge in unterschiedlicher Form in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden und getestet, was bei den Kunden ankommt. Mit insgesamt 34 Ladestationen wurde die Basis für Elektromobilität in der Region geschaffen, denn auch private E-Cars können hier Strom tanken. "Wir betreiben, überwachen und steuern die Ladesäulen nicht nur, sondern können hier in Zukunft auch abrechnen", erklärte Norbert Schültke vom Stadtwerk am See. Knapp 700 Ladekarten sind bereits im Umlauf. An einigen Standorten wurden Carsharing-Stationen eingerichtet, den Hochschulen stehen Campus-Mobile zur Verfügung. In Eriskirch oder im Deggenhausertal wurden die Elektroautos ergänzend zum Busverkehr eingesetzt, in Meckenbeuren mit dem Bürger-Mobil ein ehrenamtlich getragenes Bürger-Taxi etabliert. All diese im Projektstatus erprobten Angebote sollen weitergeführt, ja ausgebaut werden.

Ohne die großen Partner Telekom und Deutsche Bahn wäre es nicht gegangen, ohne die vielen regionalen Partner nichts geworden, sagte Projektkoordinator Stefan Söchtig von der FN-Dienste GmbH Friedrichshafen, die mit Projektende abgewickelt wird. Rund sieben Millionen Euro an Fördergelder flossen in dieses Schaufensterprojekt, das bundesweit Vorbildcharakter hat, denn E-Mobilität im ländlichen Raum wurde bisher nirgendwo eingeführt und so kompakt getestet. Ohne politische Unterstützung und passende Gesetze werde das auch nicht dauerhaft gelingen, so Söchtig.

Emma selbst wird in einem neuen Slogan aufgehen, das Netzwerk Oberschwaben und der Landkreis Bodensee führen die Angebote unter "E-Mobil im Süden" fort. Die neue, regionale Online-Plattform www.emobil-im-sueden.de soll den Austausch der Akteure am Laufen halten.