Früher hieß es einmal Ostermarsch, als Menschen gegen Aufrüstung und Kriege auf die Straße gingen. Am Bodensee ist die Begrifflichkeit schon seit vielen Jahren einer sanfteren Formulierung gewichen. „Internationaler Bodensee-Friedensweg“ nennen die Aktivisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Veranstaltung inzwischen, die am 13. April erstmals in Überlingen hätte stattfinden sollen.

Deutschlandweit alle Ostermärsche abgesagt

Vorbereitet wurde sie unter dem Titel „Friedensklima – Abrüsten und Klima schützen“ von der „Friedensregion Bodensee“. Schon vor Wochenfrist war allerdings klar, dass das Treffen nun auf nächstes Jahr verschoben werden muss. Nun folgte auch deutschlandweit die Absage aller Ostermärsche. Corona hat auch dies geschafft – erstmals nach 60 Jahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Beiträge werden im Internet veröffentlicht

Die Gruppen wollen sich nun virtuell für den Frieden stark machen. Statt der gemeinsamen Aktion auf Straßen und Plätzen wollen auch die Veranstalter des Bodensee-Friedenswegs die vorgesehenen inhaltlichen Beiträge zum geplanten Zeitpunkt im Internet publizieren.

„Friedensregion Bodensee“ als Alternative zur Gruppierung „Keine Waffen vom Bodensee„ gegründet

Erst im Vorjahr hat sich die „Friedensregion Bodensee“ als neuer Verein etabliert. Auch als Alternative zu der Gruppierung „Keine Waffen vom Bodensee“. Die Ziele seien die gleichen, betonten Bernd Wipper (Überlingen) und Frieder Fahrbach (Lindau) bei der ersten Mitgliederversammlung des neuen Vereins. „Doch wir wollen andere Wege gehen und in den Dialog kommen.“ Zu eng verwoben sei die Region mit Rüstungsbetrieben, als dass man deren Mitarbeiter nur frontal angreifen und in die Ecke stellen dürfe. „Das bringt uns nicht weiter“, sagt Wipper.

Verein sympathisiert mit Konzept „Sicherheit neu denken“ der Evangelischen Landeskirche Baden

Der Verein „Friedensregion Bodensee“ befürwortet zum Beispiel das Konzept „Sicherheit neu denken“, wie es von der Evangelischen Landeskirche Baden entwickelt wurde. Dieses Umstiegsszenario setzt ein vollständig anderes Denken und politisches Handeln voraus: eine zivile, nicht-militärische Sicherheitsarchitektur, die in konkret beschriebenen Schritten aufzeigt, wie es möglich werden könnte, dass bis zum Jahr 2040 keine Bundeswehr mehr benötigt wird.

Säulen sind ein gerechtes partnerschaftliches Wirtschaften, ein klimaverträglicher Lebensstil, ein Konjunkturprogramm für Afrika, ein Vervielfachen ziviler Friedensdienste und Friedensbildung mit Einüben ziviler Konfliktprävention.

Vorträge der Redner an Ostern online abrufbar

Dafür sollte beim Internationalen Friedensweg unter anderem der Freiburger Theologe Theodor Ziegler vom Forum Friedensethik der Evangelischen Landeskirche Baden unter dem Stichwort „Sicherheit ohne Waffen“ werben. Sein Vortrag soll nun wie die Beiträge einer St. Galler Gymnasiastin von „Fridays for Future„, einer Schweizer Nationalrätin und von Claudia Haydt von der Tübinger Informationsstelle Militarisierung an Ostern online abrufbar sein.