Am Dienstag hatte der Bodenseekreis den ersten Warnwert von 35 überschritten, jetzt die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen erreicht. Werden jetzt weitere Maßnahmen ergriffen? Angesichts der für Montag geplanten neuen Corona-Verordnung für Baden-Württemberg verzichtet das Landratsamt Bodenseekreis eigenen Angaben zufolge darauf, eine Allgemeinverfügung mit Schutzmaßnahmen zu erlassen.

Keine gesonderten Maßnahmen im Landkreis

Es seien landkreisweit derzeit keine gesonderten Maßnahmen vorgesehen, die über die angekündigten Einschränkungen der Corona-Verordnungen des Landes hinausgehen. Das Landratsamt plädiert jedoch an Bewohner sowie Gäste, weiterhin die individuellen Hygiene- und Schutzregeln zu beherzigen, heißt es in einem Pressetext.

Das könnte Sie auch interessieren

„Da ab Montag die Gastronomie ohnehin erst einmal geschlossen bleiben muss, halten wir es nicht für sinnvoll, vorher noch mal für zwei Tage eine Sperrstunde einzurichten“, macht Kreissprecher Robert Schwarz auf Nachfrage deutlich. Dies sei mit dem Sozialministerium abgeklärt.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine erweiterte Maskenpflicht zu verfügen, beispielsweise auf Märkten, liege im lokalen Ermessen. „Da es keine erkennbaren Muster im Verbreitungsgeschehen im Bodenseekreis gibt, sehen wir vonseiten des Infektionsschutzes derzeit aber keine Rechtfertigung für landkreisweite Einschränkungen bestimmter Lebensbereiche über die Landesregelungen hinaus“, so Schwarz. „Überdies gelten ja die allgemeinen Hygienehinweise, wonach man aufeinander Rücksicht nehmen soll, wenn beispielsweise Abstände nicht eingehalten werden können.“

So reagierten benachbarte Landkreise auf das Überschreiten des Warnwertes

Der Kreis Konstanz hatte bereits am vergangenen Samstag die magische Grenze überschritten: An diesem Tag erreichte der Landkreis laut dem Landesgesundheitsamt in Stuttgart einen Inzidenzwert von 52. Seither gelten dort neue und strengere Maßnahmen (eine sogenannte Allgemeinverfügung). Diese wurde vom Landratsamt erlassen und regelt zum Beispiel eine Sperrstunde beim Ausschank von Alkohol in der Gastronomie.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch der Landkreis Sigmaringen hat weitere Beschränkungen erlassen, weil am Donnerstag die Inzidenz bei 55 Infizierten pro 100 000 Einwohnern lag. Damit wurde die Pandemiestufe „Rot“ erreicht. Für das Wochenende hat das Landratsamt daraufhin unter anderem eine Sperrstunde angeordnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Im Landkreis Lindau liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit bei mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, Stufe „Dunkelrot“ der bayerischen Corona-Ampel. In der Folge wurde unter anderem die Sperrstunde für die Gastronomie auf 21 Uhr vorgezogen.