Neben dem Europaparlament und dem Gemeinderat wird am 26. Mai auch ein neuer Kreistag gewählt. In den sieben Wahlkreisen Friedrichshafen, Markdorf, Kressbronn, Meersburg, Salem, Tettnang und Überlingen kandidieren Vertreter der CDU, der Freien Wähler, des Bündnisses 90/Die Grünen, der SPD, der FDP, der Partei Die Linke und erstmals auch der AfD. Außerdem gibt es Kandidaten der Oberteuringer Liste, der Eriskircher Liste und der Bürger für Überlingen. Insgesamt stellen sich im Bodenseekreis 469 Kandidaten zur Wahl, davon 128 Frauen, was einem Anteil von 27,3 Prozent entspricht. Die Grünen verzeichnen einen Frauenanteil von fast 50 Prozent. Schlusslicht ist die AfD mit knapp zehn Prozent. Aktuell sind im Kreistag acht von 58 Mitgliedern weiblich.

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Bei der CDU kündigt sich ein Wechsel an der Spitze der Fraktion an

Von einer sehr guten Mischung aus erfahrenen Mitgliedern des Kreistags und neuen Kandidaten berichtet die CDU. An der Spitze wird es jedoch zu einem Wechsel kommen, wie Fraktionsvorsitzender Georg Riedmann ankündigt: „Von den langjährigen Fraktionsvorständen kandidieren Markus Spieth, Karl-Heinz Beck, Knut Simon und Dieter Hornung nicht mehr.“ Bei den Christdemokraten sei also ein Generationenwechsel zu erwarten. Im Wahlkreis Markdorf sind 50 Prozent der CDU-Kandidaten weiblich. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei 20 Prozent. Als Thema, das sich wie ein roter Faden durch das Wahlprogramm zieht, nennt der Fraktionsvorsitzende die Infrastruktur. „Der flächendeckende Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs im gesamten Kreisgebiet steht für uns ganz oben.“ Weiterhin werde man anstehende Planungsaufgaben im Straßenbau inklusive Radwege „konstruktiv und positiv begleiten“. Stark machen wolle sich die CDU auch für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur.

„Bei uns ist ein echter Generationenwechsel zu erwarten.“ – Georg Riedmann, CDU
„Bei uns ist ein echter Generationenwechsel zu erwarten.“ – Georg Riedmann, CDU | Bild: Lang, Andreas

Für die Freien Wähler stehen 72 Kandidaten auf den Listen

Von den zwölf Mitgliedern der Fraktion der Freien Wähler stellen sich acht erneut der Wahl. Nicht mehr mit von der Partie sind Jürgen Beisswenger, Edwin Brügel, Peter Hauswald und Roland Weiß. Insgesamt kandidieren 72 Freie Wähler; der Frauenanteil liegt bei 26 Prozent. Als Schwerpunkte haben sie unter anderem folgende Wahlziele verabschiedet: Unterstützung und Förderung von Familien, Bildung als Basis des persönlichen und beruflichen Erfolgs, Prävention vor Intervention für Menschen mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen, Ausbau der Mobilitätsangebote, Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, Ausbau der Breitbandversorgung, Förderung touristischer Angebote, Klimaschutz und eine solide Haushaltspolitik.

Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen legen inhaltlichen Fokus auf Klima- und Artenschutz

Die Kreistagsfraktion der Grünen zählt elf Mitglieder, von denen sich sieben erneut zur Wahl stellen. Karl-Josef Aicher, Franz Bussmann, Udo Daecke und Ulrich Ziebart kandidieren nicht mehr. Von den 73 Kandidaten in den sieben Wahlkreisen ist Franziska Scholz mit 18 Jahren die jüngste und Werner Schrader mit 75 Jahren der älteste.

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„Auch der Bodenseekreis muss zu den globalen Herausforderungen Klimaschutz und Erhalt der Artenvielfalt seinen Beitrag leisten“, sagt die Fraktionsvorsitzende Christa Hecht-Fluhr. Deshalb müssten alle Maßnahmen auf Klima- und Umweltverträglichkeit überprüft werden. Außerdem wollen die Grünen Klimaschutz aktiv angehen. Beispiele sind die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausbau des Radwegenetzes und die energetische Sanierung von Gebäuden. „Es braucht auch eine offene Diskussion darüber, wie viel und welches Wachstum wir für unsere Region brauchen und wollen.“

„Der Bodenseekreis muss seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ – Christa Hecht-Fluhr, Grüne
„Der Bodenseekreis muss seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ – Christa Hecht-Fluhr, Grüne | Bild: privat

SPD sieht Thema Wohnen als öffentliche Aufgabe an

Mit Ausnahme von Josef Büchelmeier bewerben sich bei der SPD alle acht Mandatsträger erneut um einen Sitz im Kreistag. „In allen Wahlkreisen ist es gelungen, eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Kandidatinnen und Kandidaten zu erreichen“, sagt Fraktionsvorsitzender Norbert Zeller. „Unsere Schwerpunkte liegen eindeutig bei Wohnen, Umwelt und Klimaschutz, Mobilität und Bildung.“ Für die SPD sei Wohnen eine öffentliche Aufgabe. „Wir müssen alles tun, um den Klimawandel aufzuhalten. Deshalb lautet bei uns der Grundsatz: global denken, lokal handeln.“ Einsetzen wolle sich die SPD für Investitionen in den Bus- und Bahnverkehr, wozu ein 365-Euro-Jahresticket gehöre.

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Die Linke fordert genossenschaftlichen Wohnungsbau

Die Linke stellt aktuell im Kreistag zwei Mitglieder. Roberto Salerno kandidiert erneut, Roland Biniossek steht nicht mehr zur Wahl. Bei einem Frauenanteil von 32 Prozent stehen 57 Kandidaten auf den Listen. Inhaltliche Schwerpunkte der Partei sind unter anderem die Forderungen nach genossenschaftlichem Wohnungsbau, kostenfreier Kinderbetreuung und günstigeren Ticketpreisen im öffentlichen Nahverkehr.

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FDP sieht Schwerpunkte beim Thema Verkehr und beim Ausbau der digitalen Infrastruktur

Die FDP hat mit Hans-Peter Wetzel, Ingo Wörner und Gerlinde Ajiboye-Ames aktuell drei Mandatsträger im Kreistag. Ajiboye-Ames kandidiert nicht mehr. Insgesamt hat die FDP 64 Kandidaten und einen Frauenanteil von 16 Prozent. Die Partei nennt als Schwerpunkte unter anderem die Unterstützung des Ehrenamts, die Verbesserung der Verkehrsführung im Kreis, den flächendeckenden Ausbau der digitalen Infrastruktur und flexiblere Betreuungszeiten in Kitas.

31 Kandidaten treten für AfD an

Erstmals stellt sich auch die AfD mit 31 Kandidaten zur Wahl. Kernthema ist der Bereich Asyl und Migration. Auf Kreisebene lehnt die Partei sowohl den Bau von Windkraftanlagen als auch Aquakulturen im Bodensee ab.

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