„Wir sind ganzjährig und rund um die Uhr mit fast 120 Leuten im Einsatz, von Sipplingen bis Kressbronn“, schilderte er. In Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr führe die DLRG am und im See, auf und unter Wasser Suchaktionen aus. Das gelte ebenso für Seen, Flüsse und Weiher im Hinterland. Dazu kommen die Eisrettung und der Bevölkerungsschutz bei Katastrophen.

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„In den Bädern sind wir durch Corona grade wenig vertreten, dafür aber im Impfzentrum und in den Testzentren der Stadt“, sagte Krafcsik. Auch die sonst von der DLRG angebotene Schwimmausbildung kann wegen Corona nicht stattfinden. „Dadurch entsteht ein Vakuum“, fürchtet der Bezirksvorsitzende.

Rudi Krafcsik, Vorsitzender der DLRG im Bezirk Bodensee, hat am Mittwoch vor dem Kreistagsausschuss für Finanzen, Verwaltung und Kultur über die Arbeit seiner 13 Ortsgruppen gesprochen und erklärt, wofür die 30.000 Euro Zuschuss verwendet werden.
Rudi Krafcsik, Vorsitzender der DLRG im Bezirk Bodensee, hat am Mittwoch vor dem Kreistagsausschuss für Finanzen, Verwaltung und Kultur über die Arbeit seiner 13 Ortsgruppen gesprochen und erklärt, wofür die 30.000 Euro Zuschuss verwendet werden. | Bild: Andrea Fritz

Die Frage von Kreistagsmitglied Markus Böhlen (Grüne), wie viele Menschen in den vergangenen Jahren im Bodensee gerettet wurden oder ertrunken seien, konnte Krafcsik nicht aus dem Stegreif beantworten. Die Antwort will er nachreichen. In der DLRG zählen laut Krafcsik aber ohnehin nicht statistische Zahlen, sondern der präventive Gedanke. Es gehe um das Sicherheitsgefühl für die Menschen. „Wenn DLRG-ler freiwillig und unentgeltlich in ihrer Freizeit auf Schwimmer aufpassen, dann passiert da natürlich auch nichts“, sagte Krafcsik.

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Landrat Lothar Wölfle hatte sich in Stuttgart um mehr Geld für die Wasserrettung bemüht. Anders als in Bayern sieht sich die Landesregierung in Baden-Württemberg aber nicht verpflichtet, den laufenden Betrieb vollständig zu finanzieren. Es handle sich ja um eine freiwillige Vereinsleistung, so die Begründung. Die DLRG wiederum kann nur solche Einsätze in Rechnung stellen, bei denen auch jemand gerettet oder geborgen werden konnte.

Jeder der 35 Rettungstaucher im Kreis braucht aber jährlich allein 180 Euro für die vorgeschriebenen Untersuchungen. Hinzu kommen Schutzkleidung, Bootswartungen, Ausbildungs- und Reparaturkosten. Das summiert sich in den 13 Ortsgruppen, sodass die 30 000 Euro vom Kreis dringend gebraucht werden. „Mein größter Wunsch wäre es, dass der Bodenseekreis das so macht wie der Landkreis Konstanz, und der Zuschuss automatisch kommt, ohne dass wir jedes Mal einen neuen Antrag stellen müssen“, regte Krafcsik an.