Rund 55 500 Menschen im Dreiländereck Bodensee pendelten im Jahr 2017 über die Staatsgrenzen zur Arbeit. Das teilt die Statistikplattform Bodensee mit. Ihre Ziele sind dabei vor allem das Fürstentum Liechtenstein sowie die Schweizer Kantone Zürich, St. Gallen, Schaffhausen und Thurgau. Allein in Liechtenstein kommen täglich etwa 21 000 Leute vor allem aus der Schweiz und Österreich – nur untergeordnet aus Deutschland – über die Grenze zum Arbeiten. Die Pendler stellen in dem Zwergstaat über die Hälfte aller in Liechtenstein erwerbstätigen Menschen.

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Deutsche Staatsbürger in der Bodenseeregion zieht es nach wie vor bevorzugt in die Schweizer Kantone zum Arbeiten. Rund 20 400 Grenzgänger aus Deutschland weist die Statistik für 2017 aus. Deren Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr erneut um rund 500 Menschen (2,6 Prozent) gestiegen. Umgekehrt kommen insgesamt nur knapp 600 Personen aus der Schweiz auf die deutsche Seite des Sees zum Arbeiten. Aus Österreich pendeln etwa 7600 Menschen in die Schweiz, jedoch so gut wie keine Schweizer nach Österreich.

Anteil der Grenzgänger auf 2,4 Prozent gestiegen

Nimmt man jene Pendler dazu, die zwar in Deutschland wohnen, aber nicht zu den Einwohnern der Seeregion gezählt werden, ergibt sich nach Auswertung der Statistik-Plattform sogar eine Anzahl von rund 37 300 Erwerbstätigen, die grenzüberschreitend arbeiten. Im gesamten Dreiländereck inklusive Liechtenstein ist der Anteil der Grenzgänger aus den Bodensee-Anrainerstaaten zwischen 2010 und 2017 von 2,1 auf 2,4 Prozent der Einwohner gestiegen.

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Die Gründe dafür, warum Pendler oft weite Wege zur Arbeitsstelle in Kauf nehmen, seien vielfältig, steht in der Auswertung. Der wichtigste Faktor sind nach wie vor beträchtliche regionale Unterschiede beim Lohn. Dazu kommen strukturelle Faktoren, die zur grenzüberschreitenden Pendelei führen. So ziehen beispielsweise industrielle Großbetriebe im Rheintal Arbeitskräfte aus den Grenzregionen an. Auch internationale Arbeitgeber in der Großregion Zürich, die hoch qualifizierte und spezialisierte Arbeitsplätze anbieten, stehen hoch im Kurs.

In fast jede Richtung gibt es Grenzgängerströme

Hohe Wohnungsmieten am Arbeitsort der Wahl, ein knappes Wohnungsangebot oder weitere Hürden für die Niederlassung befördern ebenfalls die Arbeitspendelei auch über nationale Grenzen hinweg, sofern die Wege nicht allzu weit sind und die Behörden keine allzu großen Hürden aufstellen. In bestimmtem Ausmaß gebe es daher in fast jeder denkbaren Richtung innerhalb der Seeregion Grenzgängerströme.