Martina Plümacher, stellvertretende Amtsleiterin am Staatlichen Schulamt Markdorf, hat am Montagvormittag 123 neue Lehrer vereidigt. Darüber hinaus waren 55 Lehrkräfte in die Stadthalle gekommen, die zuvor in anderen Schulbezirken Baden-Württembergs oder in anderen Bundesländern unterrichtet hatten.

Mit oder ohne religiöse Formel: die Vereidigung der neuen Lehrer im Schulamtsbezirk Markdorf.
Mit oder ohne religiöse Formel: die Vereidigung der neuen Lehrer im Schulamtsbezirk Markdorf. | Bild: Jörg Büsche

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen der Neueinstellungen leicht gesunken. 2018 waren es noch 127 Berufsanfänger und 58 versetzte Lehrkräfte für den Schulbezirk Markdorf, der sich aus den beiden Landkreisen Bodenseekreis und Ravensburg zusammensetzt. Gleichwohl freut man sich über eine gute Lehrerversorgung, wie es aus dem Schulamt heißt.

Susann Grote, Ulm: „Künftig unterrichte ich an einer Ravensburger Realschule. Die Gegend ist mir ziemlich vertraut. Schließlich habe ich in Weingarten studiert.“
Susann Grote, Ulm: „Künftig unterrichte ich an einer Ravensburger Realschule. Die Gegend ist mir ziemlich vertraut. Schließlich habe ich in Weingarten studiert.“ | Bild: Jörg Büsche

„Wir hoffen, dass unser Team bald wieder vollzählig ist“, erklärte die stellvertretende Amtsleiterin. Seit der offiziellen Verabschiedung von Schulamtsdirektor Klaus Moosmann im vergangenen Mai gibt es noch keinen Nachfolger im Schulamt.

Knappe Personaldecke

Wie knapp die Personaldecke – insbesondere auf der Schulratsebene – ist, stand im Raum, wurde auch von anderen Rednern angesprochen. Doch blieb es bei Andeutungen. Im Zentrum des Vormittags sollten die neuen Lehrer, deren Vereidigung, der letzte Schritt hin zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Unterrichten, stehen.

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Und doch schwangen Problemlagen an. Etwa wenn Markdorfs Bürgermeister Georg Riedmann bei seiner Begrüßung als Hausherr zwar den prachtvollen Blumenschmuck in der Stadthalle lobte, sich aber fürs kaum noch zeitgemäße Ambiente im städtischen Festsaal entschuldigte. Andere Aufgaben seien derzeit dringlicher.

Carmen Wenz, Meersburg: „Ich bin am Bodensee aufgewachsen, dann hat es mich nach Hessen verschlagen. Es zieht mich aber wieder in meine Heimat.“
Carmen Wenz, Meersburg: „Ich bin am Bodensee aufgewachsen, dann hat es mich nach Hessen verschlagen. Es zieht mich aber wieder in meine Heimat.“ | Bild: Jörg Büsche

So die Sanierung des Markdorfer Bildungszentrums, dessen Träger zwar der Kreis sei, dennoch beteilige sich die Stadt an den Kosten – 25 Millionen Euro immerhin in den nächsten drei Jahren. „Eine weitere riesige Aufgabe ist für uns die Grundschulentwicklung“, sagte Riedmann.

Wunsch nach mehr Unterstützung

Hier halte man augenblicklich zwar inne, um die immense Kostendimension abzuwägen. Vom Ziel einer „erstklassigen Ausstattung“ für die Grundschullehrer jedoch werde nicht abgerückt, versicherte der Bürgermeister. Der sich im Übrigen mehr finanzielle Unterstützung vom Land für die kommunalen Schulträger wünscht.

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Keine finanziellen Probleme, sondern politisch-gesellschaftliche Probleme sprach Schulrat Ulrich Damm an. Er ist es, der den neuen Lehrkräften Jahr für Jahr bei der Vereidigung in der Stadthalle erklärt, welche Pflichten auf sie zukommen. „Von Ihnen wird nun volle berufliche Hingabe erwartet“, zählte er neben Selbstverständlichkeiten auf wie Amtsverschwiegenheit, Mäßigungspflicht im Bereich politischer Überzeugungen und äußerster Zurückhaltung in den sozialen Medien.

Ludwig Ortwein, Lindenberg: „Studiert habe ich Chemie, Mathematik und Wirtschaft. Ich gehöre zu den Berufsanfängern, fühle mich aber durch die Ausbildung gut vorbereitet.“
Ludwig Ortwein, Lindenberg: „Studiert habe ich Chemie, Mathematik und Wirtschaft. Ich gehöre zu den Berufsanfängern, fühle mich aber durch die Ausbildung gut vorbereitet.“ | Bild: Jörg Büsche

Einen Akzent setzte Schulrat Ulrich Damm indessen beim Thema Demokratie. Die gelte es noch stärker als bisher vorzuleben. Überhaupt heiße es in Anbetracht der Veränderungen in der politischen Landschaft, die Demokratie-Erziehung verstärkt im Auge zu behalten.