Weniger Fahrgäste, dafür ein erhöhtes Papieraqufkommen: So lief die erste Pandemie-Saison bei den Bodensee-Schiffsfahrtbetrieben (BSB). Denn als die Schiffe mit reichlich Verspätung den Betrieb aufnehmen konnten, war das geknüpft an die Dokumentation der Fahrgäste.

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„Wir haben jeden Tag mindestens einen großen Umschlag mit Zetteln pro Schiff bekommen. Bei den großen waren es sogar zwei“, erinnert sich BSB-Geschäftsführer Frank Weber. 14 Tage musste alles aufgehoben und dann anschließend vernichtet werden.

Frank Weber, BSB-Geschäftsführer
Frank Weber, BSB-Geschäftsführer | Bild: Felix Kästle

Dass sich die Schiffe bewegen, ist der App egal

Diese Saison soll es anders laufen: Auf den BSB-Schiffen kommt die Luca-App zum Einsatz. „Das Einrichten war allerdings nicht ganz so einfach“, erklärt Weber. 14 Schiffe und die meisten davon mit drei verschiedenen Ebenen. Wie gestaltet man das besonders günstig? „Die Einrichtung hat gut eine Woche gedauert“, erklärt Weber. Die Lösung: Die BSB wird als eine Firma angesehen, die quasi 14 Lokale betreibt, die auch noch verschiedene Räume haben. Keine Rolle spiele für die Luca-App hingegen, dass sich die Schiffe bewegen.

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Ganz am Anfang stand die Überlegung, pro Schiff einen QR-Code einzurichten. Das hätte im Ernstfall aber auch dafür gesorgt, dass alle Passagiere Kontaktpersonen gewesen wären. Zwar fährt die BSB aktuell nur mit einer Auslastung von 50 Prozent. Doch das bedeutet immer noch, dass auf den großen Schiffen bis zu 650 Fahrgäste transportiert werden. „Es hätte somit sein können, dass man als Kontaktperson zählt, obwohl man den infizierten Fahrgast überhaupt nicht getroffen hat, weil er auf einem ganz anderen Deck unterwegs war“, erklärt Weber.

Die BSB hat mehr als 40 verschiede Luca-App-Zonen

Deshalb wurden die Schiffe in unterschiedliche Zone unterteilt: drei bis vier pro Schiff, was unter dem Strich über 40 verschiedene Zone macht. Die Daten werden allerdings nicht bei der BSB gesammelt, sondern bei den Luca-App-Betreibern und laut Weber auch nur dann ausgelesen, wenn es einen positiven Fall auf einem der Schiffe geben sollte.

Mit der Luca-App wird laut BSB-Geschäftsführer Frank Weber auf den Schiffen vieles einfacher.
Mit der Luca-App wird laut BSB-Geschäftsführer Frank Weber auf den Schiffen vieles einfacher. | Bild: Klaus-Dietmar Gabbert

„Zum Glück hatten wir in der letzten Saison keinen Corona-Fall auf unseren Schiffen“, blickt Weber auf das Jahr 2020 zurück. Mit der Papier-Dokumentation wäre das sicher auch eine Herausforderung geworden. „Da wären einige Leute schon einen Tag beschäftigt gewesen, die Zettel durchzugehen und die richtigen Uhrzeiten herauszusuchen“, erklärt der BSB-Geschäftsführer.

„Wir hatten im vergangenen Jahr viele Fahrgäste, die Donald Trump oder Donald Duck hießen.“
Frank Weber, BSB-Geschäftsführer

Zumal auch nicht alle Fahrgäste die ganze Sache gleich ernst genommen hätten: „Wir hatten im vergangenen Jahr viele Fahrgäste, die Donald Trump oder Donald Duck hießen.“ Mittlerweile hätte aber nicht nur die BSB mehr als ein Jahr Pandemie-Erfahrung, sondern auch die Fahrgäste und es gebe wesentlich weniger Diskussion über das Einhalt der Corona-Regeln. Zumal es auf dem See mit den einheitlichen Regeln auch nicht immer ganz einfach war. Österreich, Schweiz, Bayern und Baden-Württemberg gingen oft nicht einheitlich vor.

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So gab es für Bayern beispielsweise keine Testpflicht, für Baden-Württemberg schon. Und wer beispielsweise von Bregenz über Lindau nach Meersburg fuhr, hat gleich drei unterschiedliche Regelungen. „Wir haben das auf den Schiffen, die einen Kurs fahren, die Regeln so vereinheitlicht, dass die Fahrgäste keinen Unterschied merken.“