„Eine Festwurst ohne Fest“, sagte Achim Möglich und legte eine Rote in ein Brötchen. Er gehörte zu den sieben Helfern, die unter einem Pavillon am Weinfestplatz grillten und die Würste verkauften. Weil der Musikverein sein Platzkonzert mit Bewirtung coronabedingt absagen musste, hatte der Vorstand sich für die Wurst ohne Musik entschieden. Das sei schließlich eine gute Gelegenheit, die Kasse etwas aufzufüllen und wieder mal Kontakt zu den Fans zu haben.

Und die Besucher kamen zuhauf, weil sie zum einen die Küche zu Hause kalt lassen, zum anderen den Musikverein unterstützen wollten – kurz nach Mittag auch Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie der Ortsvorsteher. „Das Who‘s who des Dorfes“, kommentierte Dorothee Stegmaier die Präsenz vieler. Etliche verbanden Radtour und Spaziergang bei herrlichstem Sonnenschein mit einer „Wurst to go“.

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Wie Elli und Werner Grömminger, die ihr Grillgut gerade verstauten, um es nach der Radtour zu Hause zu genießen. Anette und Peter Nothelfer hatten sich spontan entschlossen, auf dem Rückweg ihres Spaziergangs eine Wurst zu erstehen und sich damit das Kochen mittags zu ersparen. „Eine tolle Idee. Wir unterstützen den Musikverein damit auch gerne, sonst hätten wir selbst gegrillt“, so Alfons Müller. Auf der Wiese unter Schatten spendenden Bäumen hatten sich Familien niedergelassen.

In der Nacht wurde die Spezialsauce gerührt

Darunter Stefanie und Samuel Heber mit ihrer zweieinhalbjährigen Martha. „Corona flacht ja ab, das muss man ausnützen und dass man sich halbwegs treffen darf“, sagte Samuel Heber. „Es schmeckt sehr, sehr gut. Kann man weiterempfehlen“, meinte Stefanie Heber und piekste ein Stückchen Currywurst auf. Stundenlang hatte die Musikvereinsvorsitzende Anna Reisch in der Nacht ihre Spezialsauce gerührt.

Stefanie, Martha und Samuel Heber genossen ihrre Currywurst auf der Wiese.
Stefanie, Martha und Samuel Heber genossen ihrre Currywurst auf der Wiese. | Bild: Christiane Keutner

Eineinhalb Stunden nach Start der Aktion „Wurst to go“ waren bereits alle Vorräte weg, zweimal wurde schon nachgeordert; der Metzger vor Ort war da auch sonntags sehr flexibel, sodass fast alle Wünsche erfüllt werden konnten. Resümee von Anne Reisch: „Unsere Erwartungen wurden zur Freude aller weit übertroffen!“