Die Absicht der Eigentümer, das Haus an der Schulstraße 14 und das dahinter liegende Grundstück zu veräußern und von Bauträgern bebauen zu lassen, veranlasste die Verwaltung, kurzfristig eine Gemeinderatsitzung einzuberufen. Weniger der Bauwille als die geplante „relativ starke Verdichtung“ und der eventuelle Abriss des Gebäudes waren ausschlaggebend für den Entschluss, für das Gebiet „Pfaffenhofen“ einen Bebauungsplan aufzustellen zu wollen sowie eine Veränderungssperre zu erlassen.

„Wir waren der Meinung, dass wir das nicht so einfach laufenlassen wollen“, sagte Bürgermeister Martin Rupp. In dem Gebiet gelte der Paragraph 34, der besagt, dass sich eine Bebauung nach den umliegenden Gebäuden richtet. Das größtmögliche Ausnutzen für eine Bebauung führte er auf die entsprechenden Grundstückspreise zurück. In einer Umgebung mit denkmalgeschützten Gebäuden sei das nicht ideal.

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Der Bereich um die Kirche St. Georg ist Teil des ortsbildprägenden historischen Kerns von Bermatingen. Mehrere größere Freiflächen haben einerseits ein gewisses Nachverdichtungspotential, andererseits prägen diese Freiflächen auch die dörfliche Struktur in diesem auch städtebaulich sensiblen Bereich, heißt es im Vorbericht.

Um im Bereich der Schul-/Bahnhofstraße und des Kirchwegs eine strukturierte und städtebaulich angemessene Bebauung zu erhalten, beziehungsweise herbeizuführen, soll ein Bebauungsplan entwickelt werden. Hierzu muss zuerst der Aufstellungsbeschluss gefasst werden. Das Gebäude an der Schulstraße sei grundsätzlich erhaltenswert, wenn auch nicht im denkmalerischen Sinn, sagte Rupp. Das habe auch eine vorbereitende Untersuchung im Rahmen des Sanierungsgebiets ergeben.

Der Bebauungsplan soll auch das Pfarrheim, die anschließende Wiese zwischen Pfarrhaus und Kindergarten, die als Nabu-Projekt „Blühende Gärten“ naturnah umgestaltet wird, und die Grundstücke/Bebauung gegenüber der Kirche inklusive Mesnerhaus umfassen. Eine Veränderungssperre sei notwendig, um eine nicht städtebaulich verträgliche Planung zu verhindern, so Rupp.

Der Pfarrgarten, der zur Nabu-Wiese umgestaltet wird, soll ebenfalls in den Bebauungsplan aufgenommen werden.
Der Pfarrgarten, der zur Nabu-Wiese umgestaltet wird, soll ebenfalls in den Bebauungsplan aufgenommen werden. | Bild: Christiane Keutner

„Wir als Gemeinde wollen uns nicht generell gegen eine Bebauung sperren“, sagte Martin Rupp. Doch bei kürzlichen Gesprächen mit zwei potentiellen Bauträgern habe man gemerkt, dass die Art der Bebauung aus Sicht der Gemeinde in eine nicht mit ihren Vorstellungen übereinstimmende Richtung ging. „Wir können dann in Ruhe in weiteren Sitzungen überlegen, wie man dieses Gebiet für die Umgebung verträglich bebauen lassen kann.“

FDP-Gemeinderat Wolfgang Zeidler regte an, Auflagen mit in den Aufstellungsbeschluss zu nehmen, um den Eigentümer von vornherein in Grenzen zu verweisen. Das sei aber, so Bürgermeister Rupp, nicht möglich. Eine Veränderungssperre bedeute, dass man keine Veränderungen vornehmen dürfe. Der Gemeinderat stimmte der Aufstellung und der Veränderungssperre zu: Nach der öffentlichen Bekanntgabe treten diese am Wochenende in Kraft, erklärte Martin Rupp.