Die Welt in schwierigen Zeiten bunter machen: Diese Idee, die Julia Mohnstein auf einer Seite eines sozialen Netzwerks gefunden hatte, inspirierte sie dazu, selbst aktiv zu werden und Steine zu bemalen, die dann in der Öffentlichkeit ausgelegt werden – mit einem Aufruf zum Nachmachen: „Ich dachte, das ist eine tolle Idee für Kinder, die generell gerne malen. Zumindest stand diese Idee auf unserer Corona-Bastelliste“, erzählt sie.

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Zum Auftakt bemalte sie mit ihrem Mann Manuel einige Steine, damit im wahrsten Wortsinn ein Grundstein für die Aktion gelegt werden konnte. Sie schrieb einen Aufruf, den sie an einen Pfosten pinnte und der sich an Kinder und Spaziergänger wendet mit dem Vorschlag: „Malt doch zuhause einen Stein an und legt ihn dazu. Mal sehen, wie lange die Stein-Schlange während der Corona-Zeit wird?!“ Das Ganze ist verbunden mit der Bitte an alle, die Steine liegen zu lassen.

Der Aufruf zum Steinebemalen.
Der Aufruf zum Steinebemalen. | Bild: Christiane Keutner

Wo die Stein-Schlange zu finden ist

Als Ort hat sich Julia Mohnstein den Weg entlang der Reben am Ortsausgang Richtung Markdorf, hinter der Halle des markgräflichen Jägerhauses, ausgesucht: „Wir laufen hier jeden Tag spazieren.“ Viele andere auch. Und so ist es nicht verwunderlich, dass einen Tag nach dem Start am 8. April bereits doppelt so viele Steine dalagen wie ursprünglich. Zwischenzeitlich sind es 106 kleine Kunstwerke, die den Wegrand säumen.

Viele liebevoll gestaltete Steine

Von der Idee ganz begeistert ist Ursel Grupp, die gleich ihre ohnehin ständig malenden Enkel animiert hat, ebenfalls zu Stift und Pinsel zu greifen. „Mut, Kraft, Lächeln“ steht auf drei Steinen, andere sind mit Marienkäfern, Regenbogen oder als kunstvolles Osterei bemalt.

Liebevoll bemalte Steine säumen den Weg und erfreuen auch die Passanten.
Liebevoll bemalte Steine säumen den Weg und erfreuen auch die Passanten. | Bild: Christiane Keutner

Während der Sohn malt, näht die Mutter Masken

Während der Sohn der Initiatorin die grauen Steine farbig macht, sitzt Julia Mohnstein derzeit viel an der Nähmaschine im Rahmen ihres Kleingewerbes und fertigt Masken. Der Bedarf an individuellen Mund- und Nase-Verdeckern sei nach wie vor groß: „Jeder hätte gern eine schönere Maske“, schildert sie ihre Erfahrung. Und der positive Nebeneffekt der Aktionen: Bei Kindern wie Erwachsenen sei dafür gesorgt, dass wenigstens ein Teil der vielfach ungewollten Freizeit sinnvoll und mit Spaß gefüllt werde.

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