Der Abstimmung war die Gegenüberstellung wichtiger Eckpunkte der Pläne vorangegangen: August Gustke, Geschäftsführer von Stadt Land Plan, Gesellschaft für Planen, Beraten und Bauen (SLP) Stuttgart, erläuterte sie. Der Schwerpunkt der Bebauung sollte auf dem Thema Wohnen im Alter in Verbindung mit Arztpraxen liegen.

Von den drei Anbietern waren zwei verblieben, die bis zuletzt mit einer Tarn-Nummer namentlich unkenntlich waren: Die KBW Holding, die Vermögensverwaltung der Firma Widemann GmbH mit Architekt Jakob Krimmel in Ahausen, und die Sparkasse Bodensee mit dem Generalunternehmer BDS in Konstanz. Ihre Pläne stufte das Beurteilungsgremium als gleichrangig ein. Beide hatten die Vorgaben erfüllt, wenn auch mit unterschiedlichen Stärken und Potentialen.

Das sah auch der Gemeinderat mehrheitlich so. Er beauftragte die Verwaltung, weitere Gespräche mit den Anbietern zu führen. Diese führten zu Nachfragen, deren Antworten den Gemeinderäten nun vorgestellt wurden. Wegen Befangenheit nahmen Jakob Krimmel (LBU) Franz Kutter (FW) und Jonas Bechinger (LBU) im Zuschauerraum Platz.

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KBW plant 34 Wohnungen, die Sparkasse 49, die Wohnfläche von 3490 und 3480 Quadratmetern unterscheidet sich gerade mal um zehn. KBW hat fünf Nutzungsmöglichkeiten für Arztpraxen und Dienstleister auf einer Fläche von 834 Quadratmetern sowie 81 Stellplätze vorgesehen, die Sparkasse dafür drei Möglichkeiten mit 359 Quadratmetern sowie 86 Stellplätze. „Die Planungen schenken sich nicht viel, beide sind gut. Von den Zahlen her sind beide sehr nah beieinander“, sagte August Gustke.

KBW plant ein eher introvertiertes Quartier mit einem abgeschirmten Innenhof, die Zufahrt zur Tiefgarage wurde als schwierig eingestuft und es gebe Engstellen; man müsste wegen fehlender Umfahrt rangieren, so der Planer. Die Sparkasse biete laut Gustke eine klare Kante am Ortsrand, das Quartier zum westlichen Neubaubereich sei offen mit guten Anknüpfungsmöglichkeiten, der Innenbereich und -hof durchlässig, die Grundrisse klar und flexibel, die Tiefgaragenzufahrt einfach, eine innere Umfahrt möglich.

Besseres Planungskonzept mit klareren Raumkanten

Was hat den Ausschlag pro Sparkasse gegeben? Die Erfahrung des BDS-Generalunternehmers, das auch mit Wohnbau und nicht nur mit Industriebau wie KBW vertraut ist, sei ein Punkt gewesen. Zum anderen das laut August Gustke etwas bessere Planungskonzept mit klareren Raumkanten und der Öffnung des Platzes Richtung Ort mit der Möglichkeit der Einbeziehung. Im Gegensatz zu anderen Punkten seien die Grundzüge nicht veränderbar. Auch die bessere Tiefgaragen-Erschließung überzeugte.

„Man musste auf Nuancen gehen. Das waren kleinere Dinge, die den Ausschlag gaben und SLP hatten die Aufgabe, Unterschiede herauszuarbeiten“, sagte Bürgermeister Martin Rupp, der nochmals die Qualität beider Pläne betonte und darauf verwies, dass man über den Investor abstimme und nicht über die Konzepte.

CDU-Gemeinderätin Carola Uhl gefiel der KBW-Plan mit seiner mehr als doppelten Fläche für Dienstleistung besser und verwies auf den von fachlicher Seite prognostizierten Bedarf an Infrastruktur fürs Leben im Alter mit Kurzzeit- und Tagespflege und Ärzten. Der zweite Planer habe laut Uhl eher den Wohnraum optimiert. Planer August Gustke wandte ein, dass man zwar Arztpraxen wollte, aber kein Gesundheitszentrum. Es sei aber möglich, dass die Arztpraxen mehr Fläche erhielten.