Der Weg in den Bauerngarten von Monika und Gerhard Barisch ist allzu verführerisch: Man kommt kaum vorbei an den japanischen und heimischen Früh- und Späthimbeeren, die sich über 30 Meter hinziehen, und an den schwarzen, dornenlosen Brombeeren, die ringsum das Grundstück einzäunen und einen natürlichen Sichtschutz bieten.

Video: Christiane Keutner

Was reif ist, bestimmt den Speisezettel

Jede Menge Genuss bietet auch der Garten selbst, auf den eine Freundin aufmerksam machte. Flankiert von zwei riesigen Boskop-Apfelbäumen, gedeiht hier alles, was der Gaumen begehrt und das Auge erfreut. „Ich gehe in den Garten und schaue, was reif ist; das bestimmt den Speisezettel“, sagt Monika Barisch, die sich die „Arbeit“ mit ihrem Mann teilt. „Es gibt immer was zum Futtern und Naschen.“ Jegliches Gemüse, Kräuter, Obst, wie Pfirsiche und Feigen, dazwischen Blumen.

Die Handschuhe für alle Helfer, vom Enkel bis zum Opa, hängen griffbereit im Gartenhäuschen.
Die Handschuhe für alle Helfer, vom Enkel bis zum Opa, hängen griffbereit im Gartenhäuschen. | Bild: Christiane Keutner

Sie sind freigebig, aber nicht an die Nacktschnecken

Die Bio-Ware – hier wird nie gespritzt – schmeckt auch den Nacktschnecken, was gar nicht nach dem Geschmack des Ehepaares ist: Sonst sehr gastfreundlich und freigebig – Nachbarn, Freunde und Bekannte freuen sich über Früchte und Ableger -, kann es den ungebetenen Gästen nichts abgewinnen: An einem gewittrigen Tag im Juli sammelte Monika Barisch 563 rote Schnecken ab.

Der Gartensteckbrief des Ehepaars Barisch

  • Lieblingsplatz: Unter dem alten Boskop-Apfelbaum.
  • Liebstes Accessoire: Die Liegen unter dem Apfelbaum und die Sitzgruppe auf dem Rasen.
  • Was sie mögen: Er schneidet gern Bäume und Beeren, sie erntet und nascht gern.
  • Was sie nicht mögen: Sie mag keine gefräßigen Schnecken, er keine Katzen, weil sie Vögel fressen und Häufchen hinterlassen.
  • Lieblingswerkzeug: Er nutzt gern die Gartenschere, sie mag allgemein hilfreiche Werkzeuge.
  • Größe des Gartens: Etwa 600 Quadratmeter, davon die Hälfte Gemüsegarten, Blumen und Beeren.
  • Besonderheit: Der Garten ernährt das Ehepaar von Frühling bis Herbst und es blüht immer etwas.
  • Lieblingsbeschäftigung: Pflanzen vermehren.
  • Teuerste Anschaffung: Die Transportkosten der Sitzgruppe aus vietnamesischem Basalt und die Frauenskulptur.
Brombeeren (Bild) und Himbeeren säumen den Weg in den Hauptgarten.
Brombeeren (Bild) und Himbeeren säumen den Weg in den Hauptgarten. | Bild: Christiane Keutner

Die Packungen mit igelfreundlichem, für ökologischen Landbau geeignetem Schneckenkorn nutzten nichts und Hühner und Laufenten gibt es nicht mehr. „Eine Ente hatte sich an den Schnecken überfressen und ist gestorben“, erzählt Gerhard Barisch.

Ein Lieblingsplatz inmitten der Rasenfläche ist die Sitzgruppe aus vietnamesischem Basalt. Im Winter erwärmt sich der Stein in der Sonne in einer Viertelstunde. Auch dann ist der Sitzplatz wärmstens zu empfehlen.
Ein Lieblingsplatz inmitten der Rasenfläche ist die Sitzgruppe aus vietnamesischem Basalt. Im Winter erwärmt sich der Stein in der Sonne in einer Viertelstunde. Auch dann ist der Sitzplatz wärmstens zu empfehlen. | Bild: Christiane Keutner

Die beiden sitzen gern im Garten auf der steinernen Sitzgruppe aus vietnamesischen Basalt oder liegen im Schatten des Boskops, durch dessen Stamm man durchgreifen kann: Ergebnis eines abgebrochenen Astes, den man abschneiden musste.

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Video: Christiane Keutner

Das ganze Jahr Freude an der Ernte

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