„Das habt ihr wunderschön gemacht“, lobt Tina Dziewior. Das Lob geht direkt an Yvonne Eisele-Nolle. Darin eingeschlossen ist aber auch Sven Nolle, ihr Mann. Gezeigt hat das Ehepaar sein Haus: den Jägerhof, einen Gutshof aus der Barockzeit. Erbaut wurde er genau vor 300 Jahren – 1721 – und hat damals der Salemer Zisterzienserabtei als Klosterhof gedient. Als Anwesen, auf dem Wein produziert wurde.

Zuletzt wurde der Jägerhof mit zur Verwaltung des markgräflichen Weinbaus genutzt. Bis die Familie Eisele-Nolle entschloss, das zum Verkauf stehende Hofgebäude zu erstehen, um es sanieren zu lassen – auch den Bedürfnissen einer jungen Familie anzupassen. Und dass dies gelungen ist, davon sprach das Lob der beeindruckten Tina Dziewior aus Bermatingen wohl ebenfalls.

Begeistert vom Ergebnis der Sanierung

Mit ihrem Eindruck steht sie nicht allein dar. Bermatingens Bürgermeister Martin Rupp schaute zum Auftakt der Führungen ebenfalls vorbei. Er dankte der Familie Eisele-Nolle für ihre Bereitschaft, am Tag des offenen Denkmals die Neugier der Bermatinger, aber auch der Besucher von auswärts zu stillen. „Das ist ja nicht selbstverständlich, fremde Leute durch die eigenen Wohnräume zu führen.“ In diesem Zusammenhang zeigte sich Rupp überaus begeistert vom Ergebnis der Sanierung.

Ausgeführt haben die Experten für Restaurierung und Sanierung historischer Bausubstanz: Zimmermeister Sebastian Schmäh aus Meersburg mit seinen Mitarbeitern und Corinna Wagner, Überlinger Architektin.

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„Dass das Interesse groß ist, haben wir schon vorher gewusst“, erklärte Sven Nolle, „mit so vielen Besuchern hat aber keiner gerechnet.“ Manche kannten den Jägerhof vom markgräflichen Weinverkauf. Anderen war sein Inneres noch aus Kindheitstagen vertraut. Wieder andere hatten im Denkmaltags-Prospekt von der Möglichkeit gelesen, das sanierte Gebäude zu besichtigen: den Kontrast von modernem Bad und historischen Türrahmen, von alten Dielen und Bauhaus-Möbeln. Herbert Steuer zollte Respekt, „wenn Privatleute sich für den Denkmalschutz einsetzen – damit sind ja doch erhebliche finanzielle Belastungen verbunden“. Laut Sven Nolle hielten die sich am Ende in überschaubaren Grenzen. Weil der Gesamtzustand des Hofes gut war. Weil Architektin und Holzbauer gut kalkuliert hatten. Was das A und O bei jeder Sanierung sei, wie Sebastian Schmäh beim Rundgang erklärte – „damit Bauherren keine bösen Überraschungen erleben“.